Vor Istrien

Quallen-Invasion: Das müssen Kroatien-Urlauber jetzt wissen

© Getty Images (Symbolbild)
In den Gewässern rund um die kroatische Halbinsel Istrien sorgt derzeit eine spektakuläre Quallen-Schwemme für Aufsehen bei zahlreichen Urlaubern.
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Ein faszinierendes Naturphänomen sorgt derzeit an den Küsten Kroatiens für Aufsehen und verunsichert zahlreiche Badegäste. In den Gewässern rund um die Halbinsel Istrien, besonders in der Region Pula, breiten sich derzeit sogenannte Spiegeleiquallen rasant aus.

Ein Spiegelei im azurblauen Meer

Die Spiegeleiqualle (Cotylorhiza tuberculata) verdankt ihren höchst ungewöhnlichen Namen ihrer verblüffenden Ästhetik, die aus der Vogelperspektive tatsächlich eins zu eins an ein perfekt gebratenes Spiegelei erinnert. Der Schirm der Qualle ist weißlich-transparent wie Eiweiß, während sich in der Mitte eine markante, gelb-bräunliche Erhebung befindet, die dem Eidotter gleicht. Diese faszinierenden Geschöpfe können einen beachtlichen Durchmesser von bis zu 35 Zentimetern erreichen. Unter dem Schirm tragen sie dicke, mundartige Arme, die in hunderten kleinen, violetten und blau leuchtenden Knöpfen enden, was ihnen ein fast majestätisches Aussehen verleiht.

Das Portal "Kristijan Antic Blog" beschreibt diese Quallen in seinem aktuellen Bericht treffend als "sanfte Meeresbewohner in gelben Kleidern". Trotz ihrer auffälligen und imposanten Erscheinung lösen die Tiere bei vielen Urlaubern im ersten Moment unbegründete Sorgen aus. Die Sichtungen in den flachen Badebuchten rund um Pula haben in den letzten Wochen deutlich zugenommen, weshalb die Aufklärung über diese absolut harmlose Art jetzt besonders wichtig ist.

Warum es jetzt zur Quallen-Schwemme kommt

Dass sich die Spiegeleiquallen in diesem Sommer so stark vermehren und nahe an die Strände getrieben werden, ist biologisch leicht zu erklären und ein typisches Phänomen des Spätsommers. Meeresbiologen führen diese massive Häufung auf eine Kombination aus anhaltend hohen Wassertemperaturen in der nördlichen Adria, speziellen Windverhältnissen und Meeresströmungen zurück. Diese Strömungen treiben die Tiere direkt in die malerischen Buchten Istriens. Zudem begünstigt das reichhaltige Planktonangebot in der heurigen Saison das Wachstum der Populationen.

Spiegeleiquallen leben in Symbiose mit winzigen Algen in ihrem Gewebe, die Sonnenlicht zur Energiegewinnung nutzen, weshalb sich die Quallen bevorzugt in den warmen, lichtdurchfluteten oberen Wasserschichten aufhalten – genau dort, wo sich auch die Badegäste tummeln. Solche Quallenblüten sind völlig natürliche Ereignisse, die meist nach einigen Tagen oder Wochen mit der nächsten Änderung der Strömung wieder komplett abflauen. Es besteht also kein Grund zur Sorge vor einer dauerhaften Plage.

Absolut harmlos: Große Entwarnung für Badegäste

Für alle Kroatien-Urlauber gibt es bei diesem Naturereignis eine klare Entwarnung: Die Spiegeleiqualle ist für den Menschen völlig harmlos. Im Gegensatz zu anderen Quallenarten ist ihr Nesselgift extrem schwach. Die Nesselkapseln an ihren Tentakeln sind schlichtweg nicht stark genug, um die menschliche Haut zu durchdringen. Ein Kontakt mit den blauen Knöpfen oder den Fangarmen ist daher völlig schmerzfrei und hinterlässt im Regelfall keinerlei Rötungen, Verbrennungen oder allergische Reaktionen auf der Haut.

Lediglich an extrem empfindlichen Hautstellen oder bei Allergikern kann es in ganz seltenen Fällen zu einem minimalen, kaum spürbaren Kribbeln kommen. Die Tiere sind also echte "sanfte Riesen" der Meere, vor denen sich niemand fürchten muss. Wer genau hinsieht, kann zudem ein weiteres faszinierendes Phänomen beobachten: Winzige Jungfische, wie etwa Bastardmakrelen, nutzen die Spiegeleiquallen als schwimmende Zufluchtsorte und reisen im Schutz des großen Schirms sicher durch die Adria, da sie dort vor größeren Raubfischen perfekt geschützt sind.

Der richtige Umgang mit den Tieren

Auch wenn von den Spiegeleiquallen keinerlei Gefahr ausgeht, sollten Urlauber respektvoll mit diesen Meeresbewohnern umgehen. Die Tiere bestehen zu fast 99 Prozent aus Wasser und sind außerhalb ihres Elements nicht überlebensfähig.

Um den Urlaubern den richtigen Umgang mit den Tieren zu erleichtern, gelten folgende einfache Verhaltensregeln für den Strandbesuch:

  • Beobachten und genießen: Nutzen Sie die Gelegenheit, um mit Taucherbrille und Schnorchel die eleganten Bewegungen der Quallen und ihre kleinen Fisch-Begleiter aus nächster Nähe im Wasser zu bewundern.
  • Nicht aus dem Wasser nehmen: Heben Sie die Quallen niemals aus dem Wasser und legen Sie sie nicht am heißen Sandstrand ab, da dies den sicheren und qualvollen Tod für die Tiere bedeutet.
  • Achtsam vorbeischwimmen: Weichen Sie den Tieren im Wasser sanft aus, um ihre empfindlichen Schirme und Fangarme nicht versehentlich zu beschädigen.
  • Aufklärung statt Panik: Klären Sie auch andere Badegäste und vor allem verängstigte Kinder darüber auf, dass es sich um eine völlig harmlose Art handelt.

Ungetrübter Badespaß im Kroatien-Urlaub

Die aktuelle Spiegeleiquallen-Schwemme vor Pula ist somit absolut kein Grund, den wohlverdienten Urlaub in Istrien abzusagen oder das wunderschöne Meer zu meiden. Ganz im Gegenteil: Es bietet sich die seltene Chance, ein faszinierendes und völlig sicheres Naturschauspiel hautnah beim Schwimmen zu erleben. Mit ein wenig Rücksichtnahme und Neugier wird die Begegnung mit den "sanften Riesen im gelben Kleid" zu einem unvergesslichen, lehrreichen Highlight des heurigen Adria-Urlaubs.