Mehr Sauberkeit
Ratten, Sperrmüll, Kot: Margareten sagt Müllsündern den Kampf an
Badewannen, Matratzen und Waschmaschinen, die illegal abgestellt werden. Müllsäcke, die neben den Containern landen, und Kinder, die ihr Geschäft hinter Büschen verrichten. Im Bereich des Theodor-Körner-Hofs in Margareten sorgen Abfälle und Verschmutzungen immer wieder für Ärger. Zuletzt haben auch Rattensichtungen im Bezirk für Aufregung gesorgt. Nun will die Bezirksvorstehung mit einer neuen Kampagne gegen die zunehmenden Beschwerden über Vermüllung vorgehen.
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Unter dem Motto "Margareten räumt zusammen" haben Bezirksvorsteher Michael Luxenberger und seine Stellvertreterin Petra Tierscherl (beide Grüne) am Mittwoch im Leopold-Triester-Park ein Maßnahmenpaket vorgestellt. Der Standort ist bewusst gewählt. Gerade aus diesem Grätzl erreichen die Bezirksvorstehung besonders viele Beschwerden. "Das passiert genau deshalb, wenn man Essensreste, Fleischreste und sonstige Dinge wegwirft", erklärt Luxenberger mit Blick auf die jüngsten Rattensichtungen. Doch das Problem geht weit über achtlos entsorgte Lebensmittel hinaus.
"Mit unserer Kampagne wollen wir das Bewusstsein für einen schönen Nachbarschaftsbezirk stärken und zugleich zeigen, wie jeder und jede Einzelne mithelfen kann. Margareten ist unser gemeinsames Zuhause, und dieses Zuhause sollen wir gemeinsam sauber halten", bringt er die dahinterliegende Idee auf den Punkt.
Badewannen, Müllsäcke und Kot hinter Büschen
Wie schlimm die Situation stellenweise ist, schildert Tierscherl anhand ihrer Gespräche mit Bewohnern des Theodor-Körner-Hofs. An einer Stelle entsteht demnach immer wieder eine illegale Müllinsel. Dort werden ganze Einrichtungsgegenstände entsorgt. Fotos zeigen laut der Bezirksvorsteher-Stellvertreterin unter anderem Badewannen, Matratzen und eine Waschmaschine.
Auch bei den regulären Müllcontainern gibt es Probleme. Immer wieder werden unverschlossene Müllsäcke einfach daneben abgestellt. Krähen und andere Tiere reißen diese auf, der Wind verteilt den Inhalt anschließend über die Wohnhausanlage. Im vergangenen Winter haben sich auf diese Weise Styroporkügelchen über weite Teile des Geländes verteilt.
Besonders erschreckend findet Tierscherl allerdings ein anderes Problem. Hinter größeren Büschen lassen Eltern offenbar regelmäßig ihre Kinder ihr Geschäft verrichten, obwohl sich in unmittelbarer Nähe eine neue öffentliche WC-Anlage befindet. "Ich habe es auch selber leider gesehen", berichtet die Bezirksvorsteher-Stellvertreterin.
Neue Schilder sollen Müllsünder wachrütteln
Mit der neuen Kampagne will der Bezirk das Bewusstsein für richtige Müllentsorgung stärken. Den Anfang machen Schilder in Baumscheiben, die darauf aufmerksam machen, dass der nächste Mistkübel meist nur wenige Schritte entfernt ist. Bei der Gestaltung setzt die Bezirksvorstehung bewusst auch auf Jugendsprache, um jüngere Menschen anzusprechen.
Die Schilder sollen noch am Mittwoch im Bezirk angebracht werden. Dabei soll es allerdings nicht bleiben. Für das kommende Frühjahr sind gemeinsame Aufräumaktionen mit Schulklassen, Vereinen und Bewohnern geplant. Besonders engagierte Teilnehmer und das erfolgreichste Team sollen am Klimatag 2027 ausgezeichnet werden.
Margaretens Schulen erhalten außerdem Bildungsmaterialien zu Mülltrennung und Nachhaltigkeit. Gleichzeitig will der Bezirk stärker über bestehende Entsorgungsmöglichkeiten der MA 48 informieren, darunter die mobile Problemstoffsammlung.
Wirtin hilft mit lustigen Videos
Unterstützung erhält die Kampagne auch aus der Gastronomie. Die Wirtin Marian Jambor soll in kurzen Social-Media-Videos typische Wiener Ausdrücke rund um den Mist erklären. Damit will der Bezirk das Thema mit Humor vermitteln und Menschen erreichen, die sich von klassischen Informationskampagnen weniger angesprochen fühlen.
Ein weiterer Schwerpunkt sind achtlos weggeworfene Zigarettenstummel. Tierscherl warnt vor den darin enthaltenen Schadstoffen und empfiehlt Rauchern, bei Bedarf einen Taschenaschenbecher mitzunehmen. Ein einzelner Stummel könne bis zu 40 Liter Wasser verunreinigen, erklärt die Bezirksvorsteher-Stellvertreterin.
Luxenberger räumt unterdessen ein, dass der Ärger über die Verschmutzungen groß ist. Auf Facebook sei zuletzt sogar behauptet worden, Margareten würde im Dreck versinken. Das hält der Bezirksvorsteher zwar für übertrieben, nimmt die Kritik aber ernst. Mit der Kampagne will die Bezirksvorstehung auch deutlicher vermitteln, wo Bewohner Missstände melden können.