Als Kickl sich nach der letzten Nationalratswahl weigerte politische Verantwortung für Österreich zu übernehmen, zog er sich in die bequeme Oppositionsrolle zurück. Besonders engagierte er sich mit unzählbaren Besserwisser-Signalen.
Viele fragten sich, warum er mit seinem Besserwissen nicht versucht hat, eine reale Regierungspolitik umzusetzen. Auch wenn ihm diese politische Flucht kurzfristig bessere Umfragewerte gebracht haben, bleibt doch die Schlussfolgerung, dass damit vielleicht der FPÖ und ihm, aber nicht Österreich geholfen wurde. Somit gilt: frage nicht, was der FPÖ nützt, sondern was nützt Österreich?
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Gleiches gilt aber auch für die Dreierkoalition in der Bundesregierung. Die ÖVP-Landeshauptleute wie Stelzer und Mikl-Leitner wollen offensichtlich aus einer politischen Panik vor ihren Landtagswahlen, dass nicht nur sie selbst, sondern auch die ÖVP in der Regierung mit Kritik an "allem und jedes" lieber streitet statt arbeitet.
Dynamik
Dies kann zu einer gefährlichen Dynamik führen. Sogenanntes härteres Auftreten der ÖVP-Länder gegenüber der Bundesregierung, sowie der ÖVP gegenüber ihren beiden Koalitionspartnern, kann am Ende des Tages zu Neuwahlen führen.
Wenn der "Koalitionshase" vor der "blauen Schlange" einen wie immer gearteten, politischen Todestrieb entwickelt, dann kann das unter Umständen nur bei Kickl aus lauter Freude zu einer ausgeprägten Schnappatmung führen.
Die Bürger:innen werden sich fragen, warum die drei Parteien mehrere Budgets gemeinsam beschlossen haben, um sie dann nicht umzusetzen. Viele werden sich des Eindruckes nicht erwehren können, dass Neuwahlen auch als eine Art Flucht vor der Verantwortung verstanden werden könnten. Viele Österreicher:innen würden, mit welcher Begründung auch immer, Neuwahlen nicht verstehen.
Vielleicht würde sich nach Neuwahlen das Kräfteverhältnis innerhalb der Regierung, zu wessen Gunsten auch immer, ändern. Dabei ist mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass alle drei Regierungsparteien, auch bei einer relativ knappen Mandatsmehrheit, wieder eine Bundesregierung bilden würden.
Wenn Kickl dabei ein zweites Mal die Flucht vor der Verantwortung antreten würde, könnte er sich schon auf eine Personaldebatte in der FPÖ freuen. Die SPÖ müsste, um bestehen zu können, natürlich vor allfälligen Neuwahlen sämtliche offene Themen und Personalfragen klären. Ähnliches gilt für ÖVP und NEOS. Daher wäre für Österreich besser: "Arbeiten statt Streiten".