Reizgas-Alarm

Buben stehlen Pfefferspray und sorgen für Großeinsatz

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Ein ungewöhnlicher Einsatz hat am Dienstag einen Kinderhort im bayerischen Penzberg (Deutschland) erschüttert. Zwei Buben im Alter von zehn und elf Jahren versprühten gestohlenes Tierabwehrspray – und versuchten zunächst, die Polizei mit einer erfundenen Geschichte hinters Licht zu führen.
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Gegen 14.30 Uhr ging bei den Einsatzkräften die Meldung ein: In einem Hort an der Ludwig-März-Straße in Penzberg war ein "undefinierbarer Geruch" wahrgenommen worden. Mehrere Kinder klagten über Reizhusten.

Daraufhin rückten Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst und ein Notarzt an. Die sieben Kinder sowie die anwesenden Betreuer hatten das Gebäude zu diesem Zeitpunkt bereits selbstständig verlassen. Die Feuerwehr führte Messungen durch und kümmerte sich um die Belüftung der Räume. Zwei Kinder erlitten durch das versprühte Pfefferspray Atemwegsreizungen. Besonders der zehnjährige Bub hatte laut Polizei mit den Folgen zu kämpfen und musste sich mehrfach übergeben.

Buben erzählen Polizei eine erfundene Geschichte

Schnell stellte sich heraus: Hinter dem Reizgas-Alarm steckten zwei Buben selbst. Die zehn und elf Jahre alten Kinder hatten ein Tierabwehrspray mit in den Hort gebracht und dort ausprobiert.

Gegenüber den Polizisten präsentierten sie zunächst jedoch eine andere Version. Sie behaupteten, ein unbekannter Elfjähriger habe ihnen das Pfefferspray gegeben. An dieser Geschichte hielten die beiden laut Polizei zunächst hartnäckig fest. Doch die Ermittler kamen den Buben schnell auf die Spur.

Gestohlene Sprays und weitere Beute entdeckt

Bei der Suche vor Ort fanden die Einsatzkräfte zwei Dosen Tierabwehrspray samt Verpackungen des Discounters Woolworth. Eine Nachfrage im Geschäft brachte schließlich Klarheit: Eine Verkäuferin konnte sich noch gut an die beiden Kinder erinnern.

Der Grund: Die Buben waren dort mit ihren Fahrrädern im Geschäft unterwegs gewesen. Laut Polizei hatten sie die Pfeffersprays gestohlen. Im Rucksack des zehnjährigen Kindes fanden die Beamten außerdem weiteres Diebesgut – darunter Getränke und Süßigkeiten.

Daraufhin gaben die beiden schließlich zu, die Sachen entwendet und das Spray im Hort ausprobiert zu haben.

"Ordentliche Ladung" abbekommen

Der geplante "Test" ging allerdings nach hinten los. Die Polizei berichtet, die beiden Buben hätten sich dabei selbst eine "ordentliche Ladung" Pfefferspray verpasst.

Nach der medizinischen Versorgung wurden die beiden Kinder schließlich mit leichten Verletzungen ihren Eltern übergeben. Der Hort blieb am Dienstag geschlossen, nachdem die Feuerwehr die Räume entlüftet hatte. Die Polizei ermittelt nun wegen des Diebstahls und des Vorfalls mit dem Reizgas.