Pegel-Alarm

Rekordhitze: Österreichs Seen trocknen aus

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Die Hitze der vergangenen Tage und Wochen hat auch Auswirkungen auf die Pegelstände österreichischer Seen.
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Während der Wasserstand des Bodensees für den 5. August so niedrig wie noch nie ist, spricht man beim Neusiedlersee wegen der anhaltenden Trockenheit von Niederwasser, und man liegt nur zwölf Zentimeter über dem bisherigen Tiefststand aus dem Jahr 2022. Der Wolfgangsee ist bei einem 30-Jahre-Tief angekommen.

In Kärnten liegen die Pegelstände der großen Seen mit wenigen Ausnahmen durchwegs im Niedrigwasserbereich - und zwar schon auffallend lang, sagte Elisabeth Gutschi vom Hydrographischen Dienst des Landes Kärnten auf APA-Anfrage. Künstlich reguliert werden etwa die Pegel des Weissensees und des Wörthersees, hier gebe es nur geringe Schwankungen. Deutlich niedriger ist der Pegel aber im drittgrößten Kärntner See, dem Ossiacher See bei Villach. Allerdings sei der derzeitige Wasserstand kein historisch tiefer - auch schon 2022 war er wie heuer, in den Jahren 2007 und 2008 war er sogar um wenige Zentimeter unterschritten worden.

Deutliches Niedrigwasser führt derzeit auch der Längsee im Bezirk St. Veit an der Glan: Der Pegelstand liegt bereits seit Wochen um einige Zentimeter unter dem minimalen Tagesmittel der vergangenen 30 Jahre. Insgesamt wurde in Kärnten seit 1. Jänner 2026 beim Jahresniederschlag ein Defizit von rund 24 Prozent im Vergleich zum Durchschnitt der vergangenen 30 Jahre verzeichnet. Das mache sich vor allem bei den Pegelständen der Kärntner Flüsse bemerkbar, besonders niedrig sei derzeit die Lavant im Osten Kärntens.

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Von Neusiedler See bis Bodensee

Der Neusiedler See im Burgenland befindet sich aufgrund der anhaltenden Trockenheit aktuell im Niederwasserbereich. Der Wasserstand betrug am Mittwoch 115,09 Meter über Adria. Das sind nur zwölf Zentimeter über dem seit 1965 erreichten Tiefststand im Jahr 2022. Noch sind aber die Schifffahrt und der Badesport am See möglich, auch für die Fische sei die Situation noch nicht kritisch, hieß es zur APA. Ob die angekündigte Temperaturabkühlung am Wochenende auch den erhofften Niederschlag bringt, ist noch offen.

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Der Pegel des Bodensees in Vorarlberg geht aktuell wie erwartet weiter zurück und hat am Mittwoch die Marke von 291 Zentimeter erreicht. Damit war der Wasserstand für 5. August so niedrig wie noch nie seit Messbeginn 1864 - der bisherige Tiefststand betrug 306 Zentimeter. Damit lag der Pegel um weit über einen Meter unter dem langjährigen Mittel (411 Zentimeter) und niedriger als an jedem Tag in den Jahren 2024 und 2025. Der absolute Tiefststand beträgt 231 Zentimeter (15. Februar 2006).

Die kommerzielle Bodenseeschifffahrt befürchtet dennoch kein allzu frühes Saisonende. Für manchen Freizeitsegler in Vorarlberg könnte der heurige Segelsommer jedoch schon Mitte August zu Ende gehen - anstatt wie üblich Ende Oktober. Die ersten Segeljachten wurden bereits ausgewassert, um ein Festsitzen zu vermeiden. Extremes Niedrigwasser bedeutet auch eine wesentliche Störung der Wasserökologie, Flora und Fauna leiden. Damit der Bodensee um nur einen Zentimeter zulegt, braucht es 5,4 Millionen Kubikmeter Wasser - bei einer Füllmenge von 150 Litern entspricht das 36 Millionen Badewannen. Für das "Füllen" des Bodensees ist in erster Linie der Alpenrhein zuständig, aber auch der führt Niedrigwasser.

Pegel am Wolfgangsee auf 30-Jahre-Tief

Auch die Seen im Bundesland Salzburg leiden unter Wassermangel. "Für den Sommer sind die Pegel niedrig oder sehr niedrig. Sie liegen teilweise außerhalb des Bereichs, wo wir uns in der Jahreszeit sonst bewegen", erklärte der Leiter des Hydrografischen Dienstes des Landes Salzburg, Harald Huemer. Die tiefsten Wasserstände, die normal im Frühjahr und Herbst verzeichnet werden, hätten die Seen aber noch nicht erreicht. Eine Ausnahme gibt es: "Der Wolfgangsee verzeichnet den niedrigsten Pegel seit 30 Jahren." Das wirkt sich seit der vergangenen Woche bereits auf die Ausflugsschifffahrt aus.

Nach Huemers Angaben trifft es vor allem die Seen im Alpenvorland. Auch der Zeller See führt wenig Wasser, doch im Gebirge blieb es zuletzt weniger trocken als im Zentralraum. Seen reagieren generell rasch auf Regen - je nach Menge. Geringe Niederschläge schluckt der trockene Boden, doch 30 bis 50 Millimeter lassen die Pegel schnell steigen. Huemer ergänzt: "Für eine nachhaltige Erholung bräuchte es wesentlich mehr."

Kaum Daten in der Steiermark

Eine langjährige, wissenschaftliche Beobachtung der Pegelstände der steirischen Seen gibt es nicht. Daher lassen sich diesbezüglich keine Daten vorlegen, sagte Robert Schatzl, Leiter des Hydrografischen Dienstes in der Steiermark, zur APA. Erst seit etwa zwei Jahren werden die Pegelstände der beiden flächenmäßig größten steirischen Seen gemessen - dem Grundlsee und dem Altausseer See. Wegen der nicht vorhandenen Vergleichsdaten lasse sich da aber laut Schatzl keine Aussage über mögliche historische Tiefstände treffen. Alle steirischen Flüsse würden derzeit aber Niedrigwasser führen. Das habe natürlich auch Auswirkungen auf die Pegelstände der Seen. Weit mehr Auswirkungen hat es aber auf die Stromerzeugung. Egal ob Raab, Feistritz oder Sulm: Die niedrigen Pegelstände der Flüsse führen seit Wochen zu einem Einbruch in der Stromproduktion von Kleinwasserkraftwerken. Laut Schatzl sei auch der magere Schneeniederschlag im Winter dafür mitverantwortlich.

In Niederösterreich befindet sich der Pegelstand des größten natürlichen Sees, des Lunzer Sees, derzeit mit 187 Zentimetern unter dem Mittelwert. In Oberösterreich werden am Traunsee und am Hallstätter See sogar leicht steigende Wasserstände verzeichnet - allerdings nur, weil sie vom Gletscher gespeist werden, der aktuell viel Masse verliert. Der Attersee und der Mondsee hingegen seien von Zuläufen abhängig und damit auf sehr niedrigen Ständen, hieß es beim Hydrografischen Dienst des Landes. Beim Attersee sei der Wasserstand im Juli und August noch nie so niedrig gewesen wie heuer. Am Nussensee bei Bad Ischl sank der Wasserspiegel durch die Trockenheit um fünf Meter ab. Dadurch waren Ende Juli Sprengsätze aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt und der See zwischenzeitlich gesperrt worden.

Trockenheit sorgt für Verschärfung der hydrologischen Situation

Der Juli 2026 war laut dem aktuellen Monatsbericht "Wasserhaushalt Österreich" der Hydrographie in Österreich erneut zu warm und außergewöhnlich trocken. Mit einer Temperaturabweichung von plus 2,0 Grad Celsius gegenüber der Klimanormalperiode 1991 bis 2020 sowie einem österreichweiten Niederschlagsdefizit von 53 Prozent setzte sich die anhaltende Trockenheit fort. Die hohen Temperaturen und die geringe Niederschlagsmenge führten zu einer weiteren Verschärfung der hydrologischen Situation.

Die Abflüsse lagen an rund 95 Prozent der Pegelmessstellen unter den langjährigen Monatsmitteln. Rund 90 Prozent der Messstellen verzeichneten dabei sehr niedrige Abflüsse. Damit prägte Niederwasser die Situation an den Fließgewässern in weiten Teilen Österreichs, geht aus dem Bericht hervor. Lokale Gewitter führten trotz der insgesamt trockenen Witterung vereinzelt zu erhöhten Abflussspitzen. Weiters wiesen Ende Juli knapp 90 Prozent der Messstellen in Österreich niedrige oder sehr niedrige Grundwasserstände auf - gegenüber rund 80 Prozent im Juni. Besonders ausgeprägt war diese Entwicklung in Tirol, wo die Zahl der Messstellen mit sehr niedrigen Grundwasserniveaus merklich anstieg.