Windkraft-Streit
Russbach wehrt sich gegen Windräder
Brisante Vorwürfe im Streit um den geplanten Windpark in Russbach: Die Organisation BirdLife schlägt Alarm und kritisiert, dass das Land Niederösterreich vogelkundliche Tabuzonen missachtet.
Seltene Greifvögel in Gefahr
Laut BirdLife sollen die Windräder mitten im Lebensraum von Kaiseradler, Sakerfalke, Seeadler und Rotmilan entstehen. Das Gebiet zwischen Niederrußbach und Stranzendorf wird als vogelkundlich höchst sensibel eingestuft – BirdLife fordert, die betroffene Fläche aus der Windkraft-Zonierung zu streichen. Auch die im Kirchturm von Großweikersdorf beheimatete Bechsteinfledermaus, eine in Europa einzigartige geschützte Art, wäre laut BirdLife durch das Projekt gefährdet.
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Sechs Windräder geplant – Diskussion seit 2023
Der Windpark soll sechs Anlagen umfassen, Betreiber ist die Windkraft Simonsfeld. Eine Meinungsumfrage Ende 2023 ergab 59 Prozent Zustimmung. Der damalige Bürgermeister Hermann Pöschl (ÖVP) hatte bereits vor dieser Umfrage eine Kooperationsvereinbarung mit dem Betreiber unterschrieben – ein Vertrag, der bis heute für Diskussionen sorgt. Pöschl trat bei der Gemeinderatswahl im Jänner 2025 nicht mehr an, sein Nachfolger ist Manfred Punz (ÖVP).
Entscheidung am 30. Juni
Damit das Projekt überhaupt eine Umweltverträglichkeitsprüfung durchlaufen kann, muss der Gemeinderat Russbach zunächst die Flächen als "Sondergebiet Windkraft" umwidmen. Genau darüber wird bei der Sitzung am 30. Juni entschieden – ohne diesen Beschluss kann kein Windrad gebaut werden. Auch die Nachbargemeinde Hausleiten hat ein geplantes Windrad auf ihrem Gemeindegrund bereits abgelehnt.
Bürger-Infoabend am Freitag
Die Initiative "Windpark Tullnerfeld NEIN DANKE" und der Club der souveränen Niederösterreicher laden am Freitag, 19. Juni, um 18 Uhr, ins Landgasthaus Salomon nach Absdorf zur Veranstaltung "Windräder in Russbach. Wollen wir das?"
Replik der Windkraft Simonsfeld
Damit die Windkraft ihr Potenzial für Versorgungssicherheit und leistbare Energie vollständig entfalten kann, braucht es aus Sicht der Windkraft Simonsfeld verlässliche politische Rahmenbedingungen, raschere Genehmigungsverfahren und leistungsfähige Netzinfrastruktur. Fehlen Netzanschlüsse und Leitungskapazitäten, verzögern sich Projekte und Strom aus Windenergie kann nicht vollständig genutzt werden, so Markus Winter, Technikvorstand der Windkraft Simonsfeld.