Paukenschlag
Edtstadler räumt ÖVP auf: Salzburg-Vize muss gehen
Der Vizebürgermeister der Stadt Salzburg, Florian Kreibich (ÖVP), hat Samstagabend seinen Rücktritt in den kommenden Wochen angekündigt. Mit den Worten "Es ist Zeit, servus, pfiat Gott und auf Wiedersehen zu sagen" leitete er in einer Video-Botschaft die Nachricht ein, 20. September 2029 nicht mehr zur Wahl anzutreten.
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"Kleinpolitisches, kleinkariertes Geplänkel war nie mein Ding. Ich bin immer gestanden für eine zielorientierte Sachpolitik. So möchte ich in meinen beiden Ressorts in den nächsten Wochen noch das zu Ende arbeiten, was angefangen worden ist, um dann meiner Nachfolge dementsprechend ein gut bestelltes Haus übergeben zu können", erklärte der 57-Jährige, der seit 20. April 2024 die Funktion des Vizebürgermeisters innehatte.
Wegen konsensualer Politik angeeckt
Innerhalb der Salzburger ÖVP ist Kreibich in den letzten Monaten wegen seiner eher konsensualen Politik mit der roten Stadt angeeckt. So erklärte Landeshauptfrau Karoline Edtstadler in einer Aussendung: "Es ist kein Geheimnis, dass es zuletzt Auffassungsunterschiede über den Kurs der Stadt-ÖVP gab. Ich danke Florian Kreibich aber für die reibungslose und zeitgerechte Übergabe." Ihr Ziel sei es nun, "die Salzburger Volkspartei jünger, weiblicher und schlagkräftiger zu machen", kündigte sie an.
Auch der Landesgeschäftsführer und Stadtpartei-Obmann Nikolaus Stampfer sprach von einem "ehrlichen Schritt", nachdem eine grundlegende Übereinstimmung von Kreibich mit der ÖVP nicht mehr gegeben sei.
Am Montag wollen der Gemeinderatsklub und das Stadtpartei-Präsidium gemeinsam die nächsten Schritte beraten.
Bedauern über Rücktritt von SPÖ und Bürgerliste
In einer ersten Reaktion bedauerte Salzburgs Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) die Entscheidung des ÖVP-Vizes. "Wir hatten immer eine konstruktive gute Zusammenarbeit mit Handschlagqualität. Zwischen uns hat es, wie man so sagt, gemenschelt. Das wird mir fehlen."
Mit Kreibich verliere die Stadtpolitik einen Kollegen, "mit dem trotz manch unterschiedlicher politischer Zugänge" ein respektvolles Miteinander möglich gewesen sei, hieß es von Stadträtin Anna Schiester (Bürgerliste).