Steiermark. Das Ende des 380 Meter langen Schlepplifts im Zentrum von Pusterwald ist besiegelt. Einstimmig haben alle neun Gemeinderäte für die dauerhafte Einstellung gestimmt, wie "Kleine Zeitung" berichtet. Die Talstation liegt auf 1.080 Meter Seehöhe nahe Gemeindeamt und Kirche. Von dort fuhren Wintersportler auf gut 1.200 Meter Höhe, wo vier Pisten zur Auswahl standen. Die Tageskarte kostete zuletzt 15 Euro für Erwachsene und 10 Euro für Kinder.
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Ausbleibender Schnee bringt Stillstand
Wegen Schneemangels stand die 1985 in Betrieb genommene Anlage in den vergangenen zwei Jahren komplett still. Auch davor war der Betrieb nur sehr eingeschränkt möglich. Eine Umrüstung auf künstliche Beschneiung samt Bau eines Teiches hätte über eine Million Euro gekostet. Für die mit gut 420 Einwohnern zweitkleinste Gemeinde der Steiermark – nach Hohentauern – war dies finanziell unmöglich.
Abbau der sechs Liftstützen
Rettungsversuche durch die Übernahme durch größere Skigebiete, die Suche nach Freiwilligen oder eine Verschenkung der Anlage blieben ohne Erfolg. Die sechs Liftstützen werden nun abgebaut. Das Dorf in den Wölzer Tauern setzt im Winter künftig auf einen neuen Eislaufplatz, Loipen für Langläufer sowie Angebote für Skitourengeher.
Auszeichnungen im Sommer
Im Sommer bleibt Pusterwald für Blumenliebhaber attraktiv. Beim Landesblumenschmuckwettbewerb erhielt der Ort heuer zum 15. Mal in Folge die Diamant-Auszeichnung als "Schönstes Gebirgsblumendorf" der Steiermark. Im Jahr 2019 gab es zudem die Auszeichnung als "schönstes Dorf Europas".
Druck auf kleine Skigebiete
Der Schritt in Pusterwald reiht sich in eine Serie von Schließungen in Österreich ein. Steigende Betriebs- und Energiekosten, fehlender Schnee und die hohen Kosten für Beschneiungsanlagen belasten vor allem kleine, niedrig gelegene Orte.
So wurde in Salzburg nach dreifacher Insolvenz das Aus für das Gebiet Gaißau-Hintersee besiegelt, wo seit 2017 Stillstand herrschte. Auch am steirischen Gaberl wurden die großen Schlepplifte nach rund 50 Jahren Betrieb wegen hoher Kosten eingestellt und verkauft, während das Kinderland und Langlaufangebote bestehen bleiben.