Frankreich-Protest

Polizei rückt vor: Bürgermeister wirft sich schützend vor Schüler

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Dramatische Szenen bei den Schülerprotesten in Frankreich: In Saint-Denis stellte sich Bürgermeister Bally Bagayoko zwischen Jugendliche und die Polizei. Die Bilder seines Einsatzes verbreiten sich jetzt im Netz.
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Die Aufnahmen wirken wie aus einem Film: Auf der einen Seite stehen Schüler dicht gedrängt auf der Straße, viele filmen die Szene mit ihren Handys. Gegenüber stehen Polizisten in voller Schutzausrüstung mit Helmen, Schilden und Schlagstöcken.

Dazwischen: der Bürgermeister von Saint-Denis, Bally Bagayoko. In seinem hellgrauen Anzug geht er auf die Einsatzkräfte zu, breitet die Arme aus und versucht, die Beamten von den Jugendlichen fernzuhalten.

Auf den mittlerweile viral verbreiteten Bildern ist zu hören, wie Bagayoko mehrfach "Stopp" ruft. Die Polizei rückt dennoch vor und drängt die Gruppe schließlich zur Seite.

Bürgermeister stellt sich hinter die Schüler

Bagayoko gehört zur linken Partei La France insoumise (LFI) und unterstützt die Proteste der Schüler bereits seit Beginn. Auch vor dem Zwischenfall war er auf den Straßen mit Demonstranten unterwegs.

Nach der Aktion erklärte der Bürgermeister, die Jugendlichen könnten seine eigenen Kinder sein. Er habe die Polizei aufgefordert, nicht gegen die Schüler vorzugehen. Nach seiner Darstellung hätten viele der Jugendlichen zuvor kein aggressives Verhalten gegenüber den Beamten gezeigt.

Auf X kritisierte Bagayoko anschließend den Polizeieinsatz. Er sprach von einem aus seiner Sicht unverhältnismäßigen Vorgehen gegen junge Menschen und forderte eine Überarbeitung der Einsatzanweisungen.

Frankreichs Schüler gehen weiter auf die Straße

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Während die Bilder aus Saint-Denis für Aufsehen sorgen, gehen die Proteste in Frankreich weiter. Die Jugendlichen fordern unter anderem mehr Lehrer, bessere Ausstattung und bessere Lernbedingungen.

Die Bewegung hat sich inzwischen landesweit ausgebreitet. Am Dienstag gingen nach offiziellen Angaben rund 266.000 Menschen auf die Straße, die Bildungsgewerkschaften nannten rund 450.000 Teilnehmer.

Auch am Mittwoch kam es erneut zu Blockaden an Schulen und Universitäten. Die Proteste sollen fortgesetzt werden. Nach Angaben aus den vergangenen Tagen waren zeitweise Hunderte Schulen ganz oder teilweise geschlossen.

15-Jähriger verliert Hand nach Polizeieinsatz

Besonders aufgeheizt ist die Stimmung nach einem schweren Vorfall in Lens im Norden Frankreichs. Dort wurde ein 15-Jähriger bei einem Polizeieinsatz durch eine Blendgranate schwer verletzt und verlor eine Hand.

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Die französische Regierung reagierte inzwischen: Innenminister Laurent Nuñez kündigte an, den Einsatz solcher Granaten bei den Schülerprotesten auszusetzen. Auch Präsident Emmanuel Macron rief laut Innenminister zu mehr Mäßigung und Einfühlungsvermögen auf.

Regierung verspricht Verbesserungen

Premierminister Sébastien Lecornu versucht unterdessen, die Proteste mit konkreten Maßnahmen zu beruhigen. Die Regierung kündigte unter anderem mehr Vertretungslehrer, Verbesserungen an Schulgebäuden, überarbeitete Stundenpläne und Änderungen beim Hochschul-Zulassungssystem Parcoursup an.

Für den Bildungsbereich sind im kommenden Haushalt laut Lecornu zusätzliche 1,2 Milliarden Euro vorgesehen. Die Gewerkschaften fordern allerdings deutlich mehr Geld und verlangen zusätzliche Ausgaben in Milliardenhöhe.

Die Proteste dürften damit vorerst weitergehen – und die Bilder des Bürgermeisters, der sich schützend zwischen Schüler und Polizei stellt, sorgen international für zusätzliche Aufmerksamkeit.