Horten-Collection

Schuh-Fetisch: Neue Warhol-Schau in Wien

© Simon Veres
Die Heidi Horten Collection in Wien präsentiert die Ausstellung "To Shoe or not to Shoe – Warhol and Others", die den Schuh als Statussymbol, Fetisch und Träger sozialer Konventionen beleuchtet.
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Ausgangspunkt der Schau ist Andy Warhols Serie "À La Recherche du Shoe Perdu" aus den 1950er-Jahren.

Diese wandelt bekannte literarische Zitate ab und macht so aus Hamlets existenzieller Frage "To be or not to be" ein treffendes "To Shoe or not to Shoe".

Ein Objekt - viele Ausdrücke

Anhand von rund 20 Werken wird das Spannungsfeld zwischen Verführung, Rollenbildern und Selbstbestimmung untersucht. Während Mimmo Rotellas rote Pumps erotische Assoziationen wecken, deuten andere Kunstschaffende High Heels als Ausdruck gesellschaftlicher Zwänge.

Viel mehr als nur Schuh

Birgit Jürgenssen verknüpft das Motiv mit weiblichen Lebensgeschichten, etwa in Anlehnung an das Aschenbrödel. Gudrun Kampl und Sue Williams verkehren die Assoziation von Weiblichkeit und Verletzlichkeit, indem sie Damenschuhe in potenzielle Waffen verwandeln. Jakob Lena Knebl wiederum verschmilzt High Heel und Arbeitsschuh, um traditionelle Geschlechterrollen zu hinterfragen.
Auch performative Spuren werden thematisiert: Allan Kaprow fegte 1985 kaputte Schuhe durch die Straßen und versorgte deren "Wunden" mit Pflastern, während Mona Hatoum Doc Martens barfuß an den Knöcheln hinter sich herzog. Sylvie Fleury hingegen gießt Luxus-Stiefeletten detailgetreu in Bronze und überführt so den Markenfetischismus in einen Materialfetischismus. Die von Rolf H. Johannsen kuratierte Ausstellung verdeutlicht facettenreich, wie dieser ständige Begleiter Identität, Begierde und Widerstand ausdrückt.