Wie Terminator 2

Schwarzenegger schickt Roboter in den Tod

© YouTube/ Figure
Um geheime Baupläne vor der Konkurrenz zu schützen, ließ der US-Konzern Figure seine ausgemusterte Roboter-Flotte in flüssigem Stahl verschmelzen. Den Anstoß für das spektakuläre Industrie-Begräbnis in Finnland gab kein Geringerer als Arnold Schwarzenegger.
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Der US-Hersteller Figure hat seine ausgedienten humanoiden Roboter der zweiten Generation in einem finnischen Lichtbogenofen vernichtet. Für die aufsehenerregende Aktion lieferte die steirische Hollywood-Legende Arnold Schwarzenegger persönlich den entscheidenden Ratschlag.

Terminator-Moment für ausgemusterte Maschinen

Für das offizielle Ende der zweiten Generation des Roboters F02 wählte das US-Technologieunternehmen Figure eine Inszenierung mit filmreifer Symbolik. Das Unternehmen ließ die ausgedienten Maschinen an Ketten in glühenden, flüssigen Stahl hinab, untermalt vom Soundtrack des Filmklassikers "Terminator 2".

In der legendären Filmszene versank der T-800 einst mit gerecktem Daumen in der Schmelze. Genau diesen Gruß erwiderte nun Arnold Schwarzenegger, der das Projekt zuvor über das Online-Netzwerk X ins Rollen gebracht hatte. Figure-Chef Brett Adcock hatte dort die Community gefragt, wie man die Maschinen würdig verabschieden solle. Die prompte Antwort des Actionstars lautete: "Du solltest sie einschmelzen."

Geheime Technik verhinderte einfache Entsorgung

Hinter der martialisch anmutenden Aktion stecken handfeste wirtschaftliche und technologische Notwendigkeiten:

  • Proprietäre Hard- und Software: Ein einfaches Verschrotten oder Entsorgen auf einer Deponie kam für Figure nicht infrage, da Betriebsgeheimnisse und patentierte Hardware geschützt werden müssen.
  • Zeitfaktor beim Zerlegen: Das manuelle Auseinanderbauen der Flotte hätte unverhältnismäßig viele Ressourcen und Arbeitsstunden gebunden.
  • Absage von US-Stahlwerken: Weder in den Vereinigten Staaten noch in Mexiko fand sich ein Werk, das die Maschinen verwerten wollte oder durfte.
  • Absage von US-Stahlwerken: Weder in den Vereinigten Staaten noch in Mexiko fand sich ein Werk, das die Maschinen verwerten wollte oder durfte.
  • Gießerei in Imatra: Schließlich stimmte eine Spezialgießerei im finnischen Imatra zu, die über einen 75-Tonnen-Lichtbogenofen verfügt.

In Finnland standen den Technikern für das Projekt lediglich 24 Stunden und sechs Schmelzgänge zur Verfügung. Jeder einzelne Vorgang durfte maximal 20 Minuten dauern, um eine gefährliche Verkrustung des abkühlenden Stahls zu verhindern.

Makaberes Stunt-Training im Vorfeld

Um den Sprung in den Schmelztiegel fehlerfrei zu absolvieren, mussten die Einheiten vorab ein intensives Training durchlaufen. Die humanoiden Roboter übten dabei, eigenständig aus dem zweiten Stockwerk eines Gebäudes zu springen, wo sie zunächst auf dämpfenden Fallschutzmatten landeten. Bei den Dreharbeiten in Finnland funktionierte die Steuerung trotz extremer Hitze und massiver elektromagnetischer Felder tadellos, während Begleitgeräte wie Kameras den Bedingungen erlagen. Der überwiegende Teil der F02-Flotte wurde zerstört, ausgewählte Exemplare blieben zu Dokumentationszwecken im Lager.

Totenkopf-Souvenirs und Ausblick auf Generation 3

Figure betont ausdrücklich die Echtheit der Aufnahmen: "In der Zeit von KI-generierten Videos lohnt es sich, klarzustellen: Wir haben wirklich Roboter trainiert, selbstständig zu springen, sie nach Finnland verschifft, wo sie sich dann in einen Bottich aus geschmolzenem Stahl stürzten. Ich hoffe, ihr habt Spaß beim Film."

Aus den Resten der Maschinen schlägt das Unternehmen zudem Kapital:

  • Miniatur-Kopf (Maßstab 1:3): Für 500 US-Dollar als limitiertes Sammlerstück erhältlich.
  • Großes Artefakt (Maßstab 2:3): Die Version um 1.900 US-Dollar war innerhalb kürzester Zeit vergriffen.

Der PR-Aufwand soll vor allem den Weg für den Nachfolger F03 ebnen. Während F01 und F02 vor allem in der BMW-Produktion sowie als Versuchsträger dienten, soll F03 mit dem KI-System Helix – einem visionären Sprach- und Handlungsmodell – komplexe Aufgaben wie Wäschewaschen, Putzen und Geschirrspülen übernehmen. Ein Verkaufsstart, Preise oder Wartelisten existieren bislang nicht; vergleichbare Konkurrenzmodelle wie der Neo 1X liegen bei rund 20.000 Dollar. Da bereits der F04 entwickelt wird, bleibt offen, ob F03 jemals frei verkäuflich in Serie geht.