Landwirtschaft

Schweinebranche: Totschnig setzt auf mehr Exporte

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Die österreichische Schweinebranche beklagt sinkende Preise, Überproduktion und internationale Konkurrenz. Nun fordern Vertreter:innen der Branche Unterstützung von der Politik. Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig signalisiert, dass er vor allem auf bessere Wettbewerbsbedingungen und neue Absatzmöglichkeiten setzen will.
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Dazu gehören unter anderem eine weitere Öffnung von Exportmärkten und der Abschluss neuer Regionalisierungsabkommen.
Kritiker:innen sehen darin jedoch auch eine Förderung der ohnehin bereits stark kritisierten Tiertransporte. Denn mehr Exportmöglichkeiten bedeuten auch mehr Bewegungen von lebenden Tieren. Die Branche argumentiert, dass Österreich nur mit besseren Absatzmöglichkeiten konkurrenzfähig bleiben könne. Immer wieder appellieren Tierschützer an die Branche, statt lebender Tiere Fleisch zu transportieren. Als Gründe für die angespannte Lage nennt die Branche unter anderem Tierseuchen, die dazu führen, dass aufgrund von Exportsperren Schweine nicht so leicht über Grenzen transportiert werden können. Die Folge ist eine Überproduktion auf dem europäischen Markt, der den Preis nach unten drückt. Gleichzeitig kritisieren die Vertreter:innen, dass die österreichischen Haltungsvorschriften die Wettbewerbsfähigkeit schwächen würden.

Rupert Hagler von der Österreichischen Schweinebörse erklärt:

"Wir sind in Österreich durch die Änderungen der gesetzlichen Rahmenbedingungen im Tierwohlranking Europas zwar einige Stufen aufgestiegen, verlieren dadurch aber langfristig stark an Wettbewerbsfähigkeit am europäischen Markt."

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Aus Sicht von Tierschutzorganisationen stellt sich jedoch die Frage, worin genau die Verbesserung in den Haltungsbedingungen liegt. Denn der bisher übliche Vollspaltenboden, also ein Betonboden der flächendeckend mit Spalten versehen ist, ist dem neuen System zum Verwechseln ähnlich. Der einzige Unterschied: Im neuen System dürfen auf einem Drittel der Betonfläche nur mehr die Hälfte der Spalten bestehen. Aus diversen Studien und Beobachtungen geht jedoch hervor, dass dies keinerlei Unterschied für die Tiere macht. Schweine brauchen Stroh – einerseits als Beschäftigung zum Wühlen. Dadurch würde die Frustration und Aggression der Tiere sinken, wodurch es zu weniger gegenseitigen Verletzungen käme. Andererseits brauchen Tiere, so wie auch Menschen eine weiche Liegemöglichkeit. Der harte Beton führt auf Dauer zu Verletzungen und Entzündungen. Abgesehen davon müssen die Tiere am Spaltenboden, den Kot und Urin, der darunter aufgefangen wird, permanent einatmen, was zu schweren Reizungen der Augen und Atemwegserkrankungen führen kann. Aus Sicht der Tiere bleibt mit dem neuen System wohl alles beim Alten. Totschnig fordert auf EU-Ebene eine stärkere Angleichung der Produktionsbedingungen und kritisiert Vorgaben, die für Betriebe zusätzliche Kosten verursachen könnten.
Er sagt: "Unsere Bäuerinnen und Bauern brauchen faire Wettbewerbsbedingungen. Deshalb setze ich mich auf europäischer Ebene konsequent und mit Nachdruck dafür ein."
Ob Totschnig damit eine Anpassung anderer Mitgliedstaaten an österreichische Standards erreichen möchte, oder stattdessen die österreichischen ohnehin kritisierten Regelungen weiter senken möchte, bleibt abzuwarten. Aber eines ist klar: Eine Förderung der Exporte – egal ob durch Fleisch oder durch Lebendtiertransporte – steigert die Anzahl gehaltener Schweine. Ob kleinere Landwirtschaften davon letzten Endes wirklich profitieren, oder ob dies Massentierhaltungen und anderen Branchen, wie Transportunternehmen in die Karten spielt, ist fraglich.