0:3 gegen Celtic
"Sehr, sehr bitter": LASK hadert nach CL-Pleite
Die Rückkehr in den höchsten europäischen Fußballbewerb hat für den LASK am Mittwoch mit einer bitteren 0:3-Niederlage bei Celtic Glasgow geendet und die Aufgabe vor dem Play-off-Rückspiel am kommenden Dienstag (21.00 Uhr) denkbar knifflig gemacht. Die Enttäuschung angesichts vergebener Möglichkeiten im legendären Celtic Park saß tief. "Aus diesen Chancen musst du zwei, wenn nicht drei Tore machen", meinte Trainer Dietmar Kühbauer.
Auch der feine Zwirn war vergebens. Kühbauer, an der Seitenlinie passionierter Trainingsanzugträger, hatte sich für den Auftritt vor 55.000 Zuschauern extra in Schale geworfen. Doch gegen die Ineffizienz seiner Kicker und vielleicht auch ein Quäntchen Pech konnte selbst die modische Eleganz nichts ausrichten. Zwei knappe Abseitstreffer durch Moses Usor und Samuel Adeniran in der ersten Hälfte sowie weitere vergebene Gelegenheiten des Sturmduos brachten die Gäste um die Früchte ihrer ambitionierten Arbeit.
"Das Ergebnis ist sehr hart"
Kühbauer, dessen Team zwar deutlich weniger Ballbesitz hatte, aber mit viel Überzeugung startete und immer wieder Nadelstiche setzte, spendete ansonsten aber vor allem Lob. "Es ist das Einzige, was ich ihnen vorwerfen muss", meinte der Burgenländer, der im 32. Pflichtspiel seiner zweiten LASK-Amtszeit erst die dritte Niederlage bzw. die erste seit 22. März hinnehmen musste. "Das Ergebnis ist sehr hart. Bei 0:3 denkst du dir, 'da war nix drin'. Aber in dem Fall muss ich sagen, dass sie ein richtig gutes Spiel gemacht haben."
Celtic war am Ball klar dominanter, konnte aber keine Großchancen herausarbeiten. Die Hausherren wussten sich dennoch zu behelfen. Benjamin Nygren (26.) und Camilo Durans (38., 67.) erteilten dem Gegner mit ihren Distanzschüssen eine Lektion in Sachen Abschluss, profitierten dabei aber auch von schludriger Defensivarbeit des LASK. "Du musst den zweiten Ball besser verteidigen, das ist zweimal passiert", erkannte Kühbauer angesichts der ersten beiden Gegentreffer. "National wird das reichen, international nicht. Sie haben dann die Tore gemacht, obwohl eigentlich wir die besseren Möglichkeiten hatten."
Horvath: "Mehr möglich gewesen"
Auch Kapitän Sascha Horvath, der mit seiner Truppe ein Europa-League-Ticket in jedem Fall fix hat, weinte einer besseren Ausgangsposition für das Rückspiel nach. "Sehr, sehr bitter. Die Niederlage ist zu hoch. Es wäre mehr möglich gewesen", meinte der Wiener, der aber zumindest leise noch an ein Weiterkommen dachte: "In Linz muss alles passen. Wir müssen hinten kompakt stehen, die Räume schneller schließen. Und die Chancen, die wir heute gehabt haben, machen." Auch Kühbauer gab sich kämpferisch. "Wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken. Wir werden alles daran setzen, das Unmögliche noch zu schaffen."
Sein Pendant Martin O'Neill will sich den Aufstieg seiner "Bhoys", die in diesem Fall bereits zum 14. Mal in der CL vertreten wären, freilich nicht mehr nehmen lassen. Doch auch die nordirische Trainerlegende sprach am Donnerstag von einem "schwierigen Abend" gegen eine "wirklich gute Mannschaft". Um die dritte Chance auf die Königsklasse nach 1965 (Meistercup) und 2019 doch noch nützen und ein Startgeld von 18,62 Millionen Euro kassieren zu können, braucht der LASK im Rückspiel so oder so ein kleines Wunder. "Natürlich gibt es noch Hoffnung. Wenn Celtic drei schießen kann, können wir das zuhause auch", gab Adeniran zu Protokoll.