Österreichweit schrumpfen die Gletscher aufgrund der Klimaerwärmung. Auch Österreichs größter Gletscher, die Pasterze am Großglockner, verliert jedes Jahr an Masse. Ein neues KI-Video von "wohnwahn.at" zeigt, wie extrem die Pasterze seit 1856 geschmolzen ist.
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1865 hatte Österreichs größter Gletscher rund 23,5 km² Eis, seine größte Ausdehnung seit dem Ende der Eiszeit. Bis 2022 ist die Eisfläche um ein Drittel gesunken auf rund 14,7 km². Zudem lag die Talstation der Gletscherbahn noch 1963 wenige Meter vom Eis. 2013 befand sich die Station mindestens 200 Höhenmeter darüber.
Statt der Zunge liegt heute ein See. Dieser war 1998 noch 0,2 Hektar groß. 2023 wuchs er schon auf 45 Hektar an. Der Trend schaut für die Pasterze düster aus. Allein im vergangenen Jahr schrumpfte der Gletscher um 54 Meter.
Milliarden Tonnen Eis schmelzen jedes Jahr
Die dramatischen Entwicklungen im europäischen Hochgebirge spiegeln einen weltweiten Trend wider. Nach offiziellen Angaben des World Glacier Monitoring Service hat sich der weltweite Eisverlust in den vergangenen Jahren massiv beschleunigt:
- Seit der Jahrtausendwende gingen global durchschnittlich rund 273 Milliarden Tonnen Eis pro Jahr verloren.
- Im Jahr 2025 erreichte dieser Wert mit atemberaubenden 408 Milliarden Tonnen einen neuen, traurigen Höchststand.
Sollte sich dieser Trend ungebremst fortsetzen, hat das fatale Konsequenzen für die Alpenlandschaft. Legambiente prognostiziert, dass bereits im Jahr 2050 sämtliche Gletscher in den Alpen, die sich unterhalb einer Grenze von 3.500 Metern befinden, vollständig verschwunden sein könnten. Damit stünde die alpine Landschaft vor einem unumkehrbaren Wandel.
Sommerskitourismus steht vor dem endgültigen Aus
Die weitreichenden Konsequenzen dieses Gletscherschwunds treffen längst auch die Tourismusbranche mit voller Härte. Am Stilfser Joch mussten die Liftanlagen für den traditionellen Sommerskilauf wegen akutem Schneemangel komplett geschlossen werden. Zuvor war bereits am weltberühmten Matterhorn der Sommerskibetrieb aus denselben Gründen eingestellt worden. Den Bergen fehlt im Sommer schlicht die schützende weiße Decke.
Verantwortlich dafür ist eine ungewöhnliche und anhaltende Wärme in extremen Höhenlagen. In den Sommermonaten lag die sogenannte Null-Grad-Grenze im Alpenraum ungewöhnlich oft zwischen 4.000 und 5.000 Metern Seehöhe. Dadurch schmilzt selbst auf den höchsten Gipfeln jene Schneedecke im Rekordtempo weg, die das darunterliegende Gletschereis eigentlich vor der intensiven Sonneneinstrahlung schützen sollte. Ohne diese natürliche Schutzschicht sind die Alpengletscher der Sommerhitze schutzlos ausgeliefert.