Wiener Linien
Ganz Wien versinkt im Baustellen-Chaos
Unter dem Motto "Netz erst recht" modernisieren die Wiener Linien zwar Gleise, Weichen, Aufzüge und Rolltreppen, doch bei vielen Fahrgästen und betroffenen Autofahrern wächst der Frust. Denn: Von Simmering über Hernals bis Floridsdorf und Währing wird gleichzeitig gebaut. So sind im Sommer zahlreiche Straßen von Sperren, Umleitungen sowie Ersatzverkehren betroffen. Besonders stark im Fokus sind die Bim-Linien D, 1, 5, 12, 31, 37, 38, 40, 41, 42, 43, 62 und 71.
Auch interessant
Neben unübersichtlichen Ausweichrouten sorgen die Baustellen auch für jede Menge Verkehrschaos. Teilweise ist auf mehrsprurigen Fahrbahnen nur eine Spur freigegeben.
Aber auch im U-Bahn-Netz bleibt die Belastung spürbar. Auf der U6 läuft bis Mitte September zwischen Burggasse-Stadthalle und Thaliastraße ein eingleisiger Betrieb. Auf der U3 entfällt im Juli und August der Betrieb zwischen Hütteldorfer Straße und Westbahnhof. Zusätzlich steht auf der U4 der Abschnitt zwischen Schwedenplatz und Landstraße still.
Für besonders hohen Unmut unter den Wienern sorgt die hohe Zahl gleichzeitig geplanter Projekte. Während einige Arbeiten bereits abgeschlossen wurden, laufen andere noch monatelang weiter. Die Verlängerung der Linie 18 bis zum Ernst-Happel-Stadion dauert sogar bis Herbst. Dazu kommen zahlreiche Gleis- und Sanierungsarbeiten im gesamten Stadtgebiet.
Die Wiener Linien argumentieren mit notwendigen Investitionen in die Infrastruktur. Für Fahrgäste bleibt jedoch die Realität: längere Wege, häufiges Umsteigen und ein Öffi-Netz, das an vielen Stellen gleichzeitig zur Baustelle geworden ist. Unterm Strich zeigt sich: Die Modernisierung ist wichtig – doch die geballte Menge an Baustellen sorgt für breites Unverständnis.