Achtung!
Sonnenbrand durchs Fenster: Mythos oder unsichtbare Gefahr?
Die Sonne brennt vom Himmel, die Temperaturen klettern immer höher. Viele Menschen suchen dann Schutz in den eigenen vier Wänden, im Homeoffice oder im klimatisierten Auto. Hinter Fensterscheiben fühlt man sich vor der intensiven Sonneneinstrahlung gut geschützt. Doch das ist ein fataler Irrtum. Wer jetzt die Sonnencreme weglässt, erlebt eine böse Überraschung. Denn die unsichtbare Gefahr lauert auch hinter der Scheibe!
Die tückische Strahlung
Um zu verstehen, was hinter Glas mit unserer Haut passiert, müssen wir das Sonnenlicht aufschlüsseln. Für unsere Haut sind vor allem zwei Arten von ultravioletten Strahlen relevant: die UV-B- und die UV-A-Strahlen.
UV-B-Strahlen: Sie sind sehr energiereich, dringen in die oberste Hautschicht ein und sind die wahren Übeltäter, wenn es um den klassischen Sonnenbrand geht.
UV-A-Strahlen: Sie dringen deutlich tiefer in die Haut ein (bis in die sogenannte Lederhaut). Sie verursachen zwar meist keinen direkten Schmerz, sind aber die Hauptverantwortlichen für die vorzeitige Hautalterung (Falten, Pigmentflecken) und erhöhen das Hautkrebsrisiko massiv.
Wovon uns das Fenster wirklich schützt
Hier kommt die gute Nachricht: Normales Fensterglas blockiert UVB-Strahlen ziemlich effektiv. Deshalb lautet die kurze Antwort auf die Frage: Nein, einen klassischen Sonnenbrand bekommt man durch ein normales Fenster in der Regel nicht.
Aber jetzt kommt der große Haken! Die heimtückischen UV-A-Strahlen lassen sich vom Glas kaum aufhalten. Je nach Glasart können bis zu 60 Prozent (teilweise sogar deutlich mehr) dieser Strahlung ungehindert ins Innere gelangen. Das bedeutet: Während Sie gemütlich an Ihrem sonnigen Fensterplatz sitzen und denken, Sie seien geschützt, wird das Kollagen in Ihren tieferen Hautschichten beschädigt.
Achtung, Auto-Falle
Die Frontscheibe besteht heutzutage aus Verbund-Sicherheitsglas, in das eine Folie eingearbeitet ist. Diese Scheibe blockt sowohl UV-B- als auch UV-A-Strahlen nahezu komplett ab. Doch Vorsicht ist an den Seiten geboten. Seiten- und Heckscheiben bestehen meist nur aus einfachem Einscheibenglas, welches die schädliche UV-A-Strahlung durchlässt.
Langfristig können UVA-Strahlen die Hautalterung beschleunigen und das Hautkrebsrisiko erhöhen. Besonders wer regelmäßig am Fenster arbeitet oder viel im Auto sitzt, sollte das im Hinterkopf behalten.
Sollte man sich drinnen eincremen?
Auch wenn das Risiko für einen akuten Sonnenbrand durchs Fenster minimal ist, findet eine schleichende Schädigung der Hautzellen definitiv statt. Experten raten deshalb: Wer an sonnigen Tagen stundenlang am Fenster arbeitet oder lange Autoreisen unternimmt, sollte auch im Innenraum nicht auf Sonnencreme verzichten. Achten Sie dabei unbedingt darauf, dass Ihre Creme nicht nur vor UV-B-, sondern auch stark vor UV-A-Strahlung schützt! Alternativ lassen sich an Fenstern oder im Auto auch spezielle UV-Schutzfolien anbringen, die fast 99 Prozent der gesamten Strahlung aussperren.