Vorsicht!
Sonnenfinsternis: Warum Sie den Augenschutz niemals selbst basteln sollten
Am 12. August 2026 lässt sich eine partielle Sonnenfinsternis beobachten. Wer das Spektakel direkt verfolgen möchte, braucht dafür einen geeigneten Sonnenschutz für die Augen. Eine normale Sonnenbrille reicht nicht aus – und auch vermeintlich clevere DIY-Lösungen sind keine sichere Alternative. Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) empfiehlt ausdrücklich speziell für die Sonnenbeobachtung geeignete Schutzbrillen.
Das Problem: Man sieht die Gefahr nicht
Beim Blick in die Sonne können die empfindlichen Strukturen der Netzhaut geschädigt werden. Das Tückische daran: Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Man merkt also nicht unmittelbar, dass gerade eine Schädigung entsteht. Genau deshalb ist ein selbst gebastelter Filter so riskant. Sie können mit bloßem Auge nicht beurteilen, ob ein Material tatsächlich ausreichend Strahlung herausfiltert.
CD, Filmstreifen oder Alufolie? Bitte nicht!
Im Internet kursieren immer wieder vermeintliche Hausmittel für Sonnenfinsternisse: CDs, alte Filmstreifen, mehrere Lagen Folie, rußgeschwärzte Gläser oder besonders dunkle Sonnenbrillen. Das Problem: Dunkel bedeutet nicht automatisch sicher. Ein Material kann sichtbares Licht stark reduzieren, während andere für das Auge schädliche Strahlungsanteile möglicherweise weiterhin durchgelassen werden. Auch mehrere übereinandergelegte Sonnenbrillen machen daraus keinen zuverlässigen Sonnenschutz. Entscheidend ist nicht, wie dunkel die Welt durch den Filter erscheint, sondern welche Strahlung tatsächlich hindurchkommt.
Warum eine geprüfte Brille besser ist
Speziell für Sonnenbeobachtungen entwickelte Brillen verfügen über Filter, die die Strahlung auf ein sehr niedriges Maß reduzieren. Das BfS empfiehlt, beim Kauf darauf zu achten, dass die Brille für den direkten Blick in die Sonne geeignet und mit dem CE-Zeichen versehen ist. Außerdem sollte sie der geltenden Norm DIN EN ISO 12312-2:2015 entsprechen. Auch der Zustand der Brille ist entscheidend: Die Filterfolie darf keine Kratzer, Löcher, Risse oder sonstigen Beschädigungen aufweisen.
Auch Teleskop und Kamera sind keine sichere Abkürzung
Besonders gefährlich wird es, wenn die Sonne mit einem Fernglas, Teleskop oder Kameraobjektiv ohne geeigneten Filter betrachtet wird. Optische Geräte können Sonnenstrahlung bündeln und dadurch die Belastung für das Auge zusätzlich erhöhen. Wer die Sonnenfinsternis fotografieren möchte, benötigt deshalb einen für das jeweilige Gerät geeigneten Sonnenfilter. Auch hier sollten keine selbst gebastelten Lösungen verwendet werden.
Die einfachste Regel lautet: Nicht improvisieren
Bei einer Sonnenfinsternis lohnt sich das Experimentieren nicht. Wenn keine geeignete Schutzbrille vorhanden ist, sollten Sie die Sonne nicht direkt betrachten. Eine indirekte Beobachtung, etwa über eine geeignete Projektion, ist eine sichere Alternative.
Und noch etwas wichtiges: Auch wenn die Sonne während der Finsternis teilweise verdeckt ist, wird sie dadurch nicht automatisch ungefährlich. Die verbleibende Sonnenscheibe kann weiterhin ausreichend intensive Strahlung liefern, um die Netzhaut zu schädigen.