800 Anzeigen

Sozialleistungsbetrug explodiert

© ORF
Niederösterreich erlebt einen dramatischen Anstieg beim Sozialleistungsbetrug.

Während vor zehn Jahren noch 70 Fälle angezeigt wurden, schnellte die Zahl im Vorjahr auf über 800 hoch – eine Verzehnfachung. Schlagzeilen macht aktuell der Fall Münchendorf (Bezirk Mödling), wo eine eingemauerte Leiche gefunden wurde – und der Verdacht im Raum steht, dass der Tod verheimlicht wurde, um die Pension der Frau weiter zu kassieren. Unter Verdacht steht der Sohn der Toten, die Akten liegen bei der Staatsanwaltschaft Wien.

Blinde werden plötzlich sehend

Landeskkriminalamts-Chef Stefan Pfandler schildert gegenüber ORF NÖ bizarre Fälle: Ein Mann gab jahrelang vor, blind zu sein – und trat dann in einer Talkshow auf. Er war selbst mit dem Auto hingefahren, seine Anwältin behauptete danach, sie habe ihm den Weg „angesagt". Der Schaden: mehr als 220.000 Euro.

Klassiker: Betrug beim Arbeitslosengeld

Am häufigsten wird in NÖ beim Arbeitslosengeld betrogen. Den größten finanziellen Schaden verursachen aber falsche Angaben beim Pflegegeld – seit 2018 wurden allein dabei Fälle mit einem Gesamtschaden von 40 Millionen Euro aufgedeckt.

Seit 2018 ermittelt eine Bundeskriminalamt-Taskforce, in allen Bundesländern gibt es Spezialeinheiten. Pfandler betont: „Nur wenn wir Daten untereinander austauschen, haben wir große Chancen, solche Betrügereien aufzudecken." Vernetzt wird dabei mit ÖGK, BVA und AMS.