NÖ. Weil sie zwei verletzten Stallburschen bei einem Brand auf ihrem Reiterhof im Bezirk Bruck a. d. Leitha im Vorjahr - zwei Tage vor Weihnachten - nicht ausreichend geholfen haben sollen, mussten sich zwei Angeklagte am Montag am Landesgericht Korneuburg verantworten. Die 57-jährige Chefin und ihr junger Freund (37) und Komplize bekannten sich nicht schuldig. Und wurden nach kurzem Prozess freigesprochen. Es gebe "viel zu viele Zweifel, um hier mit einer Verurteilung vorzugehen", konstatierte der Einzelrichter bei der Urteilsbegründung.
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Am 22. Dezember 2025 war ein von den Stallburschen - zwei Brüdern aus Rumänien - bewohnter Container in Brand geraten. Das Duo war bei der 57-Jährigen auf dem Reiterhof angestellt. Der mitangeklagte Landsmann der Feueropfer arbeitete ebenfalls dort - er ist auch der Lebensgefährte der Hofbesitzerin.
Schwer Verletzter musste sich verstecken
Einer der Stallburschen soll von den Angeklagten infolge des Brandes trotz schwerster Verletzungen aufgefordert worden sein, sich im Büro in der Nähe des Containers vor den Rettungskräften zu verstecken. Dadurch wurde der Mann laut Staatsanwalt "in eine hilflose Lage gebracht". Erst nach etwa 20 bis 30 Minuten dürfte der Schwerverletzte den Einsatzkräften übergeben worden sein. Festgehalten wird von der Staatsanwaltschaft, dass offensichtlich hochgradige Verbrennungen vorlagen. Zudem seien Blutspuren am Boden hinterlassen worden, was den Beschuldigten auffallen hätte müssen.
Der Stallbursche erlag wenige Stunden später im Wiener AKH seinen schweren Verletzungen. Auch seinem ebenfalls schwer verletzten Bruder sollen die Angeklagten nicht adäquat geholfen haben. Der Mann sei bei notdürftiger Versorgung mit schmerzlindernden Medikamenten zunächst nach Wien und später nach Rumänien gebracht worden.
Der Anwalt der beiden Beschuldigten sprach von einem unglücklichen Zusammentreffen mehrerer Umstände. "Es war kalt, es war in der Nacht." Die Angeklagten hätten keinesfalls versucht, das Leben der beiden Personen zu gefährden.