"Gab Gespräche"

Ohne Alaba? Die Startelf gegen Argentinien steht

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Auf Österreichs Fußball-Nationalteam wartet am heutigen Montag (19.00 Uhr MESZ/live ServusTV) bei der WM der ultimative Härtetest.
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Die ÖFB-Auswahl bekommt es im Dallas Stadium mit Titelverteidiger Argentinien zu tun, der dank eines Triplepacks von Lionel Messi mit einem souveränen 3:0 gegen Algerien ins Turnier gestartet ist. Auch Österreich hält durch ein 3:1 gegen Jordanien bei drei Punkten, ein weiterer Zähler wäre wohl schon gleichbedeutend mit dem Aufstieg in die K.o.-Phase.

Allerdings gilt die Truppe von Coach Ralf Rangnick gegen Argentinien als krasser Außenseiter. Der dreifache Weltmeister hat seine jüngsten acht Länderspiele allesamt gewonnen und dabei nur ein Gegentor kassiert, verfügt über zahlreiche Profis bei europäischen Topclubs - und er hat Messi. Der bald 39-jährige Altmeister präsentierte sich zum Turnierstart in blendender Form, Rangnick ist gewarnt. "Sie haben den Besten, den es jemals gegeben hat, in ihren Reihen", sagte der Teamchef.

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Über Messi geriet der 67-Jährige regelrecht ins Schwärmen. "Er läuft vielleicht nicht ganz so viel wie früher und bleibt vielleicht auch gern einmal am Flügel vorne stehen oder im Abseits. Dadurch haben sie einen Spieler weniger im Gegenpressing, aber das macht ihn auf der anderen Seite auch gefährlich, weil er zunächst in einem unbewachten Raum parkt", erklärte Rangnick. "Darauf müssen wir vorbereitet sein, dass wir nicht zu viele Umschaltsituationen zulassen."

Messi peilt alleinigen WM-Torrekord an

Messi könnte eine historische Bestmarke knacken: Trifft der achtmalige Weltfußballer auch gegen das ÖFB-Team, würde er den Deutschen Miroslav Klose übertrumpfen und mit dann 17 Toren zum alleinigen WM-Rekordtorschützen aufsteigen. Man dürfe Argentinien jedoch nicht auf Messi reduzieren. "Er hat sicher im ersten Spiel den Unterschied gemacht, aber das Team ist auf jeder Position herausragend besetzt", meinte Rangnick. "Es gibt wenige bis keine Schwächen, die wir entdecken konnten. Sie sind individuell überragend besetzt. Im Prinzip könnten sie mit zwei, zweieinhalb oder drei Mannschaften spielen."

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Die Argentinier seien gerne im Ballbesitz. "Aber nicht aus reinem Selbstzweck", sagte Rangnick. "Sie spielen auch schnell vertikal und scheuen nicht davor zurück, einmal einen langen Ball auf die zentrale Spitze zu spielen." Insofern sei die "Albiceleste" durchaus mit dem ÖFB-Team vergleichbar. "Ähnlich wie wir versuchen sie, schnellstmöglich ein bis zwei Gänge hochzuschalten. Es geht ihnen nicht so sehr darum, den Ball zu lang in ihren Reihen zu halten."

Rangnick hofft auf beste Leistung seiner Amtszeit

Für Rangnick zählt Argentinien zu den besten Mannschaften dieser WM. "Wir müssen taktisch und was die Energie und den Mut betrifft auf höchstem Niveau agieren." Möglicherweise benötige man sogar die beste Leistung in seiner bisher vierjährigen Amtszeit, betonte der Nationaltrainer. Die Favoritenrolle liege klar bei Argentinien. "Wir spielen morgen 'against all odds'", erklärte Rangnick. "Trotzdem halte ich es für möglich, dass wir für eine Überraschung sorgen. Das wäre schon ein Unentschieden oder natürlich auch ein Sieg."

Sollte tatsächlich ein voller Erfolg gelingen, wäre Österreich nicht nur vorzeitig im Sechzehntelfinale. In diesem Fall hätte man auch erstmals seit dem 3:2 gegen Deutschland bei der WM 1978 in Cordoba einen regierenden Weltmeister in einem Pflichtspiel besiegt.

Startelf steht

Mit welcher Startformation die Sensation gelingen soll, ließ Rangnick offen. Der Coach teilte lediglich mit, alle 26 Kaderspieler seien einsatzbereit, also auch Stefan Posch. Der Rechtsverteidiger trainierte zuletzt wegen eines Kieferbruchs mit einer Spezialschiene. Rangnick: "Wir müssen schauen, ob wir ihn von Anfang an oder von außen ins Spiel bringen."

Die Startelf steht jedenfalls bereits fest – die Spieler kennen sie seit Sonntag. "Es kann sein, dass wir auf der einen oder anderen Position etwas verändern, aber es kann auch sein, dass wir in der gleichen Formation spielen", so der Teamchef gegenüber dem ORF. Auf der Pressekonferenz betonte Rangnick, "dass es auch Gespräche mit Spielern gab, die nicht ganz zu Unrecht davon ausgegangen wären, dass sie von Beginn an gespielt hätten."

Ohne Alaba?

Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von David Alaba, der im WM-Auftaktmatch wegen Muskelproblemen nach einer Stunde vom Platz musste. Als Ersatz stünden Kevin Danso oder Marco Friedl parat. Marko Arnautovic dürfte Sasa Kalajdzic als Solospitze ersetzen. Möglich ist auch, dass Gregoritsch von Anfang an spielt.

Offen ist, wer in der durch den Ausfall von Christoph Baumgartner vakanten Zehnerposition aufgestellt wird. Gegen Jordanien fiel die Wahl auf Konrad Laimer – der Bayern-Profi kam aber nach seinem Wechsel auf die Linksverteidigerposition besser zur Geltung. ÖFB-Cheftaktiker Stefan Oesen weiß: "Man hat schon bei der EM gegen Frankreich und die Niederlande gesehen, dass es uns liegt, wenn es Räume und Umschaltsituationen gibt. Darüber definieren wir uns ja auch." Fix gesetzt sind: Xaver Schlager, Nicolas Seiwald, Marcel Sabitzer und Philipp Liehart.

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Für die Partie werden 70.000 Zuschauer erwartet, sie werden trotz sengender Hitze nicht ins Schwitzen geraten. Das Stadion in Arlington bei Dallas verfügt über ein verschließbares Dach und ist klimatisiert - sehr zur Freude von Rangnick, der den Temperaturunterschied von fast 20 Grad im Vergleich zu Santa Barbara zu spüren bekam, als er nach der Landung in Texas das Flughafengebäude verließ: "Es war schon so, dass man das Gefühl hatte, es blasen einem 100 Föne entgegen."