Nach KI-Flut

Streaming-Riese wirft Millionen Songs raus

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Spotify räumt auf! Der Streaming-Riese hat mehr als 75 Millionen als Spam eingestufte Tracks von seiner Plattform entfernt.
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Zusätzlich verschwanden heuer mehr als 50 Millionen weitere Titel aus den Empfehlungen. Damit will Spotify verhindern, dass massenhaft produzierte Musik die Songs echter Künstler verdrängt.

Täglich werden rund 100.000 neue Songs auf Spotify hochgeladen. Neben Musik von echten Künstlern landen dabei auch massenhaft produzierte Titel und KI-generierte Inhalte auf der Plattform. Spotify verschärft deshalb seine Maßnahmen gegen Spam und minderwertige Massenware. Das geht aus einem aktuellen Bericht des Unternehmens hervor.

50 Millionen Songs aus Empfehlungen gestrichen

Die Zahlen zeigen das Ausmaß der Maßnahmen: Mehr als 75 Millionen Spam-Tracks hat Spotify laut eigenen Angaben vollständig von der Plattform entfernt. Darüber hinaus nahm der Dienst im Jahr 2026 bereits mehr als 50 Millionen weitere Titel aus seinen Empfehlungen.

Wichtig ist dabei der Unterschied: Diese 50 Millionen Songs wurden nicht zwangsläufig gelöscht. Sie werden Nutzern lediglich nicht mehr aktiv vorgeschlagen. Spotify will so verhindern, dass minderwertige Massenware die Empfehlungen und Playlists dominiert.

Um verdächtige Inhalte aufzuspüren, wertet der Dienst mehrere Signale aus. Dazu gehören das Hörverhalten der Nutzer, auffällige Upload-Muster, Metadaten und Informationen externer KI-Erkennungssysteme.

Spotify führt KI-Kennzeichnung ein

Gleichzeitig setzt Spotify auf mehr Transparenz. Seit April 2026 können Künstler über das Beta-Feature "AI Credits" angeben, ob und wie sie künstliche Intelligenz bei der Produktion ihrer Songs eingesetzt haben – etwa bei Gesang oder Instrumenten.

Laut Spotify reichen Musiker inzwischen täglich Zehntausende solcher Angaben ein. Die Kennzeichnung erfolgt allerdings freiwillig. Das bedeutet, dass nicht jeder KI-Einsatz automatisch sichtbar wird.

Zusätzlich versieht Spotify bereits Tausende KI-generierte Künstleridentitäten mit einem eigenen Hinweis. Solche Profile werden standardmäßig nicht in redaktionellen oder algorithmischen Empfehlungen berücksichtigt. Wer einem entsprechenden Profil bereits folgt, kann dessen Musik weiterhin angezeigt bekommen.

Geht es um die Tantiemen echter Künstler?

Hinter den Maßnahmen steckt auch ein finanzielles Problem. Werden massenhaft Songs hochgeladen, können sie Aufmerksamkeit und damit auch Einnahmen von anderen Künstlern abziehen. Spotify zahlte nach eigenen Angaben im Jahr 2025 mehr als elf Milliarden US-Dollar an Tantiemen aus.

Ein Verbot von KI-Musik plant der Dienst damit nicht. Vielmehr will Spotify gegen Spam, irreführende Künstlerprofile und massenhaft produzierte Inhalte vorgehen. Zugleich sollen Hörer besser erkennen können, wer hinter der Musik steht und an welchen Stellen KI eingesetzt wurde.

Der Kampf gegen KI-Spam dürfte die Musikbranche weiter beschäftigen: Je einfacher es wird, Songs mithilfe künstlicher Intelligenz zu produzieren, desto schwieriger wird es für Streaming-Plattformen, echte kreative Arbeit von massenhaft erzeugten Inhalten zu unterscheiden.