Arbeiterkammer (AK) und Gewerkschaftsbund (ÖGB) forderten am Montag erneut ein System, das Unternehmen, die zu wenig ältere Arbeitnehmer beschäftigen, bestraft und Unternehmen, die die Zielquote erfüllen, belohnt. Ein Bonus-Malus-Mechanismus also.
Auch interessant
Mit dem vorgestellten Modell müssten laut AK und ÖGB rund 10.000 Betriebe 266 Mio. Euro pro Jahr zahlen. Das Geld soll zur Hälfte an Unternehmen zur Belohnung gehen, zur anderen Hälfte in weitere Beschäftigungsmaßnahmen beim Arbeitsmarktservice. Der Malus würde bei dem AK-Modell bei 615 Euro pro Fehlstelle und Monat liegen.
Gegen den Vorstoß formierte sich prompt eine breite Front. Wirtschaftskammer (WKÖ) und Industriellenvereinigung (IV) erteilten dem Vorschlag umgehend eine Abfuhr. Auch die Regierungspartei NEOS hält das Bonus-Malus-System für "das falsche Werkzeug für das eigentlich richtige Ziel". Von der ÖVP gab es durch den Wirtschaftsflügel ein "Nein". Wirtschaftsbund-Generalsekretärin Tanja Graf warf der Arbeiterkammer vor, ein altes Modell aus der Schublade geholt zu haben, "und es wird nicht besser, nur weil man es neu beschriftet", so Graf.
Auch Zöchling mischt mit
Am Dienstag legte dann noch der Unternehmer Stephan Zöchling nach. Der Initiator von "#zusammenstaerker" erklärte via Aussendung: "Ich kenne keinen Unternehmer und keine Unternehmerin, die ihre Mitarbeitenden aussortieren, nur weil sie 60 werden. Gerade ältere Mitarbeitende sind mit ihrer Erfahrung und ihrem Wissen für viele Unternehmen unverzichtbar. Wo es Altersdiskriminierung gibt, muss diese ernst genommen und bekämpft werden. Aber der wiederholte und pauschale Angriff gegen die Unternehmer sowie die Unterstellung, Unternehmen würden ihre älteren Mitarbeiter loswerden wollen oder ältere Bewerber grundsätzlich aussortieren, helfen niemandem und zeigen erneut den Klassenkampf des ÖGB und der AK gegen die Unternehmer dieses Landes."
Zöchling werden bekanntlich Ambitionen nachgesagt, mit einer eigenen Liste bei einer möglichen Neuwahl anzutreten.