AKW-Stopp

Strom-Alarm! Hitze-Katastrophe in Ungarn

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Extreme Hitzewelle und das Rekord-Niedrigwasser der Donau führen in Ungarn zu einer heftigen Energiekrise
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Die aktuellen Extrem-Temperaturen treffen auch das Nachbarland Ungarn hart. So steht das ungarische Kernkraftwerk Paks, das bis zu über 50 Prozent des Strombedarfs des Landes produziert, wegen Kühlwassermangel kurz vor dem Abschalten. Eine letzte Turbine könnte noch bis Dienstag arbeiten. Der Leistungsausfall  führt in Ungarn nun zu einer noch nie dagewesenen Energiekrise.

Strenge Vorschriften für Energieeinsparung

Die ungarische Regierung hat bereits reagiert und strenge Maßnahmen gegen große Industrieunternehmen angeordnet. Diese können vorübergehend vom Netz genommen werden, wenn sie die geforderte Verbrauchsreduzierung nicht erfüllen.

Einschränkungen gibt es seit Montag auch beim Schienengüterverkehr, um im kritischen Zeitfenster zwischen 17.00 und 22.00 Uhr Reserven freizumachen. Das Ziel ist klar: Die Haushalte sollen weiter mit Strom versorgt werden. Doch auch hier gilt der Appell: Bitte Energie sparen!

Neuer Premier Magyar muss erste Krise meistern © EPA

Der ungarische Premier Péter Magyar dankte am Montag auf einer Pressekonferenz in Budapest der Bevölkerung und den Unternehmen für ihre freiwillige Senkung des Energieverbrauchs, mittels derer mehrere hundert Megawatt gespart werden konnten.

Über 100 Millionen Euro Schaden durch Krise

Laut Magyar könnte die Energiekrise dem Land schätzungsweise 50 Milliarden Forint (137 Mio. Euro) kosten, da Importe teurer seien als der Strom von Paks. Der Premier kritisierte die abgewählte Regierung von Ex-Premier Viktor Orbán für deren Versäumnisse. Experten hätten bereits 2018 die Umlagerung der Pumpen im AKW zur Kühlwasser-Sicherung empfohlen, was nicht geschah.

Auch die Landwirtschaft leidet unter der Dürrekatastrophe. Große Schäden gibt es vor allem bei Mais und Sonnenblumen. Durch Hitze und Wassermangel drohen große Einbußen bei der Nahrungs- und Futtermittelproduktion.

Weil die schwache Maisernte das Futtermittelangebot zu schmälern droht, könnte die Krise auch die Viehhaltung des Landes einholen. Erste Notschlachtungen drohen. Die ungarische Regierung kündigte nun an, die Landwirte unterstützen zu wollen.

Donau mit Niedrigwasser wird zum Problem.

15 Kreuzfahrtschiffe sitzen wegen Niedrigwasser fest

Angesichts der historischen Tiefstände des Donauwassers kämpfen auch Fracht- und Personenschiffe auf der Donau mit massiven Behinderungen und Beschränkungen. Etwa 15 internationale Kreuzfahrtschiffe sollen derzeit auf dem ungarischen Donauabschnitt ankern. Auch die Mehrheit der Frachtschiffe sitzt fest oder kann nur mit 10 bis 20 Prozent ihrer Tragfähigkeit fahren.

Die Personenschifffahrtsgesellschaft MAHART hat umfassende Einschränkungen und Streckensperrungen angeordnet. Laut Experten ist Ungarn durch die Hitzekatastrophe besonders hart getroffen, da hier schiffbarkeitsfördernde Staustufen fehlen.