Bundesliga
Sturm plant Transfer-Endspurt
Mit dem 1:1-Heimremis am Samstag gegen Aufsteiger Austria Lustenau ließen die Grazer zum zweiten Mal Punkte liegen. Nächsten Sonntag wartet der Schlager bei Spitzenreiter Rapid. "Da brauchen wir auf jeden Fall eine bessere Leistung, sonst wird das sicher nichts werden", meinte Sturm-Trainer Fabio Ingolitsch.
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Der Coach ärgerte sich nicht nur über den verpassten Sprung an die Tabellenspitze, sondern auch die vielen Fehler im Spiel mit dem Ball. "Wir haben uns nicht mehr verdient als den einen Punkt." Die bisherigen Leistungen und Ergebnisse seien zufriedenstellend, aber nicht mehr. "Es ist nicht gut oder sehr gut. Es ist schon so, dass wir einen anderen Anspruch haben", betonte Ingolitsch. "Bei allem Respekt für die Gegner, die wir bis jetzt hatten: Wenn wir große Ziele erreichen wollen, haben wir schon zu viel abgegeben."
Schon zum Ligaauftakt bei der WSG Tirol waren die Grazer gegen einen vermeintlich kleineren Club nicht über ein 1:1 hinausgekommen. "Wir sind noch keine perfekte Mannschaft, das ist klar", sagte Ingolitsch. Speziell das Bespielen eines tief stehenden Blockes beherrsche sein Team noch nicht. "Ich hätte geglaubt, dass wir schon einen Schritt weiter sind. Wir haben es heuer auch schon besser gemacht", meinte Ingolitsch. "Wir werden hoffentlich daraus lernen und es in den nächsten Wochen besser umsetzen."
Sturm-Präsident in Causa Massombo guter Dinge
Lob verteilte der Sturm-Coach einzig für Ersatztorhüter Ammar Helac ("Sicher unser bester Spieler auf dem Platz"). Wie gravierend die Rückenprobleme von Stammgoalie Daniil Chudjakow sind, sollen Untersuchungen in den kommenden Tagen zeigen. Dann erwarten die Grazer auch neue Entwicklungen in der Causa um Yann Massombo. Der Offensivmann des Ligarivalen Altach wollte zuletzt nicht gegen Sturm antreten, nachdem ihn u. a. Ingolitsch wegen eines möglichen Transfers kontaktiert hatte. Seither trainiert der Franzose nur individuell.
Altach kündigte für Wochenbeginn neue Informationen an. Sturm-Präsident Christian Jauk blickt einem möglichen Verfahren vor dem Senat 2 der Bundesliga, so die Vorarlberger ein solches anstrengen sollten, gelassen entgegen. "Wir werden dort unsere Argumente - und es gibt gute, sogar sehr gute Gründe - auf den Tisch legen", erklärte der Clubchef auf Sky. Es sei "nicht immer alles optimal gelaufen", kommentierte Jauk die Causa. Angebot für Massombo habe man aber keines abgegeben.
Weiter oben auf Sturms Prioritätenliste steht ein neuer Innenverteidiger, der den Acht-Millionen-Euro-Abgang von Jeyland Mitchell zu Racing Straßburg kompensieren soll. "Wir sind da schon auch wählerisch. Wir haben ein, zwei Favoriten und hoffen, dass wir nächste Woche etwas fixieren können", sagte Ingolitsch. Neben einem Mann für die Abwehr wird aber auch noch einer für das Mittelfeld gesucht. Jauk: "Sollten noch zwei kommen, wäre das das Optimum. Es muss aber nicht unbedingt sein. Wir haben einen Kader, der stark und groß ist."
Lustenau "frecher" als früher
Deutlich geringer sind die Möglichkeiten der Lustenauer. Dennoch waren sie einem Sieg in Graz phasenweise näher als die Hausherren. "Im Vergleich zu früher hat sich unser Mindset verändert. Wir sind jetzt weiter, treten frecher auf und versuchen auch bei Topmannschaften mitzuhalten", erklärte der schon zweimal aufgestiegene Trainer Markus Mader. Auch bei den Neuzugängen habe man eine sehr gute Auswahl getroffen. Mader: "Wir fischen da in einem anderen Teich als die Großen. Unser Fokus geht auf Spieler aus der zweiten Liga, weil das für uns finanzierbar ist."
Rapid-Leihgabe Dominik Weixelbraun hält bei drei Scorerpunkten, sein Club nach vier Runden bei fünf Zählern. "Es ist überraschend, dass es nach einem solchen Umbruch bereits nach vier Spielen so gut funktioniert", sagte Weixelbraun. Es sei "bemerkenswert, wie dominant wir auswärts bei Sturm Graz aufgetreten sind", ergänzte Fabian Gmeiner. Torhüter Domenik Schierl fehlt den Lustenauern nach seiner späten Roten Karte allerdings zumindest im Heimspiel am Freitag gegen die WSG Tirol gesperrt.
Hartberg mit Befreiungsschlag
Die Tiroler sind nach Hartbergs 2:1 in Altach das einzige noch sieglose Team der Liga. Nach dem schweren Auftaktprogramm und null Punkten gegen Salzburg, Sturm und die Wiener Austria hatten die Hartberger gegen einen Gegner auf Augenhöhe auch das Glück des Tüchtigen. Eine "Last" sei von den Schultern gefallen, berichtete Torschütze Angelo Gattermayer. Das Fazit von Hartberg-Trainer Markus Schopp fiel nach dem späten Siegestreffer durch Benjamin Markus zwiespältig aus: "Es ist positiv durch das Resultat. Aber man muss es auch anders bewerten. Wir waren doch sehr fehleranfällig, in vielen Ballbesitzphasen zu ineffizient, zu passiv."
Schopp kündigte an, dass der TSV noch auf dem Transfermarkt aktiv werde. "Wir haben schon Positionen, wo wir die Augen offen haben müssen." Sein Gegenüber Ognjen Zaric bezeichnete Altachs dritte Niederlage im vierten Ligaspiel als hausgemacht. "Wenn du ein bisschen unachtsam bist, sieht man, was passiert, wie schwierig diese Spiele sind. Jeder Punkt ist wichtig." Für sein Team geht es nächsten Samstag in Linz gegen den LASK mit einer großen Aufgabe weiter. Hartberg empfängt am Sonntag die SV Ried.