Social Media Trend
Sydney Sweeney: Jetzt reagiert sie auf Shitstorm für Sport-Werbung
Sydney Sweeney sorgt erneut für Diskussionen, diesmal nicht mit einem Film oder einem roten Teppich, sondern mit einer Werbekampagne. Für die Sport-Trading-Plattform Novig steht die Schauspielerin in verschiedenen Sport-Szenarien vor der Kamera, allerdings größtenteils nackt oder nur von Sportgeräten bedeckt.
Die Idee der Kampagne "Just Sports": Novig wolle zeigen, dass auf der Plattform ausschließlich Sport gehandelt werden kann. Sweeney ist dabei nicht nur das Gesicht der Kampagne, sondern auch strategische Partnerin und Anteilseignerin des Unternehmens und war laut eigener Aussage von Beginn an in die kreative Entwicklung involviert. Doch statt Begeisterung hagelt es Kritik, vor allem von Frauen aus dem professionellen Sport.
"Das ist nicht, wie Frauen im Sport aussehen"
Im Spot wechselt Sweeney zwischen verschiedenen Sportarten. Mal verdecken Footballs ihren Oberkörper, mal Baseballschläger, Hockeyausrüstung oder andere Sportutensilien ihren Körper. Der Running Gag: "This sport and this sport", während Sweeney jeweils eine weitere Sportart präsentiert. Das Problem, das viele Sportlerinnen darin sehen: Von der eigentlichen sportlichen Leistung bleibt kaum etwas übrig. Statt Athletik, Training oder Können steht vor allem Sweeneys Körper im Mittelpunkt.
Olympiasportlerinnen wie die ehemalige australische Schwimmerin Ariarne Titmus und die britische Sprinterin Amy Hunt kritisierten die Kampagne öffentlich. Hunt stellte ihr sogar eine klare Botschaft entgegen: "This is what women in sport look like." Auch andere Athletinnen schlossen sich der Kritik an. Ihre Botschaft: Frauen im Sport kämpfen seit Jahren darum, für ihre Leistungen und nicht primär für ihr Aussehen wahrgenommen zu werden.
Der alte Kampf um Frauenkörper im Sport
Damit trifft die Werbung einen ziemlich empfindlichen Nerv. Denn die Sexualisierung von Sportlerinnen ist keineswegs neu. Frauen wurden im Sport lange anders dargestellt als ihre männlichen Kollegen und teilweise auch anders ausgestattet. Ein bekanntes Beispiel ist die jahrzehntelange Diskussion um Beachvolleyball, bei der Spielerinnen traditionell stärker mit knapper Kleidung und Bikini-Vorgaben konfrontiert waren, während Männer in Shorts spielten.
Das Problem ist dabei nicht, dass Frauen sexy aussehen dürfen. Es geht vielmehr darum, wer entscheidet, wann der weibliche Körper im Mittelpunkt steht und ob die sportliche Leistung dahinter dadurch unsichtbar wird.
Gerade im professionellen Sport ist das ein sensibles Thema. Frauen kämpfen noch immer um mehr Aufmerksamkeit, bessere Vermarktung, gerechtere Bezahlung und gleiche Anerkennung. Wenn eine Werbekampagne Sport als Aufhänger verwendet, letztlich aber vor allem den Körper einer Frau inszeniert, empfinden viele Athletinnen das deshalb als Rückschritt.
Jetzt zeigen Sportlerinnen, was wirklich dahintersteckt
Aus der Kritik ist mittlerweile eine regelrechte Social-Media-Bewegung entstanden. Sportlerinnen veröffentlichen Videos aus Training, Wettkämpfen und Vorbereitung und zeigen damit eine ganz andere Seite des professionellen Sports. Muskelkater, Schweiß, Krafttraining, blaue Flecken, Konzentration, Erschöpfung, Rückschläge: alles, was hinter den perfekt choreografierten Sportbildern steckt.
Unter dem Gedanken "This is what a woman in sport looks like" (So sieht eine Frau im Sport aus) wird der Fokus bewusst auf das gelegt, was eine Athletin tatsächlich leistet. Damit wird die Novig-Werbung beinahe zum unfreiwilligen Gegenentwurf: Dort wird Sport zur Kulisse für eine sexualisierte Inszenierung, auf Social Media zeigen die Sportlerinnen, wie viel Arbeit nötig ist, damit sie überhaupt dort stehen können.
Sweeney reagiert, allerdings ziemlich kryptisch
Nun scheint auch Sweeney selbst auf die Kritik reagiert zu haben. In ihren Instagram Stories teilte sie Bilder aus dem "ESPN Body Issue", für das bereits zahlreiche berühmte Sportlerinnen und Sportler nackt oder teilweise nackt fotografiert wurden. Eine direkte Stellungnahme dazu gab sie offenbar nicht. Die Posts lassen deshalb Raum für Interpretation: Wollte sie damit darauf hinweisen, dass Nacktheit und Sport keineswegs unvereinbar sind? Oder zeigen, dass auch professionelle Athletinnen ihren Körper selbstbewusst präsentieren können?
Es geht um mehr als einen Werbespot
Der eigentliche Streit dreht sich längst nicht mehr nur um Sydney Sweeney oder Novig. Er berührt eine viel größere Frage: Wie wollen Frauen im Sport gesehen werden?
Natürlich können Sportlerinnen sexy sein. Natürlich können sie ihren Körper zeigen. Und natürlich darf auch Sweeney selbst entscheiden, für welche Kampagne sie vor der Kamera steht.
Aber genauso dürfen Athletinnen sagen: Wir möchten nicht schon wieder, dass unser Körper die interessanteste Sache an unserem Sport ist.