Prozess

Tödlicher Felssturz in Steyr: Bedingte Haft und Geldstrafe

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Der Seniorchef eines Kärntner Sprengunternehmens sowie ein Geologe schuldig gesprochen. Die Urteile sind nicht rechtskräftig.
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Im Prozess nach einem Felssturz im Steyrer Stadtteil Unterhimmel 2023 mit zwei Toten sind am Donnerstag beide Angeklagte zu je vier Monaten bedingter Haft und Geldstrafen zu 10.440 Euro (Seniorchef) bzw. 17.100 Euro (Geologe) verurteilt worden. Die Urteile sind nicht rechtskräftig. Der Seniorchef eines Kärntner Sprengunternehmens, dessen Sohn bei dem Unfall starb, sowie der Geologe mussten sich wegen fahrlässiger Tötung verantworten. Beide hatten sich nicht schuldig bekannt.

Sorgfaltsmaßstab nicht eingehalten

"Der objektive Sorgfaltsmaßstab wurde in diesem Fall nicht eingehalten", erklärte die Richterin des Landesgerichts Steyr die Schuldsprüche. Auch dass der Sohn des Seniorchefs angeblich völlig eigenmächtig gehandelt hätte, könne nicht festgestellt werden. Dieser löste den Felssturz durch Baggerarbeiten an der Abbruchkante des gefährdeten Felsens aus, bei dem er selbst mit einem anderen Bauarbeiter ums Leben kam. Die Sicherung des Felsens sei ein Verfahren gewesen, das nicht leicht zu führen gewesen sei, sagte die Richterin.

Bagger direkt auf absturzgefährdetem Felsen

Der Bagger hätte an der betroffenen Stelle vor dem Absturz nicht zum Einsatz kommen dürfen. Nach Meinung des Sachverständigen habe der Bagger direkt auf dem absturzgefährdeten Felsen gearbeitet und nicht daneben, wie im Raum stand. Auch wer für die Vermessung des Areals verantwortlich war oder hätte sein sollen, wurde versucht zu klären: die Lawinen- und Wildbachverbauung als Auftraggeber oder das Bauunternehmen des Seniorchefs, wie in der Ausschreibung festgelegt. Das ursprüngliche Abtrags-Konzept sei schon bei einem Termin eine Woche vor dem Unglück obsolet geworden, es sollte eigentlich überarbeitet werden, doch zuvor kam es zu dem Felssturz.

Bergung dauerte sechs Tage

Am 8. Februar 2023 waren im Zuge von Hangsicherungsarbeiten zwei Arbeiter, 31 und 64 Jahre alt, dabei, einen großen Felsblock vom bröckelnden Hang abzutragen. Dabei lösten sich rund 3.000 Kubikmeter Gestein und begruben die beiden Männer. Wegen der extrem gefährlichen Situation am Unglücksort dauerte es sechs Tage, bevor die beiden Toten geborgen werden konnten. Durch den Felssturz wurden zudem ein Nebengebäude eines Wohnhauses und eine Garage beschädigt. Insgesamt mussten vier Gebäude evakuiert werden. Der Strafrahmen lag bei bis zu zwei Jahren Haft.