Ein Punkt fehlt

Toto Wolff vor Antonelli-Coup: "Weiß nicht, was in den Köpfen vorgeht"

© NurPhoto via Getty Images
Kimi Antonelli fehlt ein Punkt auf den historischen WM-Titelgewinn. Toto Wolff sorgte nach dem Formel-1-Grand-Prix der USA mit seinen Aussagen dennoch für Aufsehen.
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Nach dem GP der USA in Austin ist Kimi Antonelli der WM-Titel kaum noch zu nehmen. In den verbleibenden fünf Rennen muss der 20-jährige Italiener einen Punkt holen, um alles klar zu machen. Damit wäre er nicht nur der jüngste Weltmeister aller Zeiten, sondern auch der erste italienische König der Motorsportklasse seit Alberto Ascari 1953.

Seit über 70 Jahren wartet seine Heimat auf den nächsten Weltmeister. Niemand zweifelt mehr daran, dass Antonelli schon bald nachfolgen wird. "Wir sind knapp davor. Hoffentlich können wir das auch bald schaffen", sagte Antonelli grinsend beim Siegerinterview. Damit reicht ihm am kommenden Sonntag schon der neunte Platz. "Das war das Resultat, das wir gebraucht haben. Gut gemacht, lasst uns so weiter pushen", funkte der Sieger an die Box.

Ganz anders hingegen wirkte sein Teamchef Toto Wolff. Der Wiener lobte seinen Schützling, dass er gar nicht an den Titel denkt, sondern weiter nur von Rennen zu Rennen schaut. Dennoch wurde der 54-Jährige im ServusTV-Interview emotional: "Heute war es wirklich die Fahrt eines Champions, der noch kein Champion ist. Wir haben ihn seit neun Jahren aufgebaut und viel Zeit investiert."

"Das ist jetzt das Ergebnis"

Damit richtet er sich auch an diejenigen, die immer noch vom Italiener als Talent sprechen und die Arbeit im Hintergrund nicht verfolgt haben. Auch an die schwierigen Phasen im Vorjahr erinnert sich der Silberpfeil-Boss: "Das ist jetzt das Ergebnis, das ist erfreulich zu sehen."

Stolzer Mercedes Teamchef: Toto Wolff. © IMAGO/EPA

Besonders hervorgehoben wird dabei allerdings der unglaubliche Reifeprozess von Antonelli in dieser Saison. "Was in den Köpfen der Fahrer vorgeht, ist mir nach all den Jahren immer noch unerklärlich. Wie ein Kind über ein paar Monate hinweg so anders aufschlägt. Aber genau das macht den Sport ja so besonders." Darauf angesprochen, ob er den Titel lieber nächste Woche in Mexiko oder eine weitere Woche später alles klar macht: "Wenn er in Mexiko durchfährt, gibt es einen Tequila, wenn er in Brasilien durchfährt, gibt es einen Caipirinha", blickt der stolze Chef mit Vorfreude auf die kommenden Rennen und lädt in der Euphorie die Servus-Crew auch gleich zur Feier ein.