Nächtigungs-Plus

Tourismus startet sehr stark in den Sommer

© OÖ Tourismus/KK
Die Nächtigungsbuchungen erhöhten sich in den Monaten Mai und Juni gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 22,35 Millionen
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Der heimische Tourismus ist heuer etwas besser in die Sommersaison gestartet als 2025. In den ersten beiden Monaten Mai und Juni erhöhte sich die Zahl der Nächtigungsbuchungen gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 1,5 Prozent auf 22,35 Millionen, wie aus vorläufigen Ergebnissen der Statistik Austria vom Freitag hervorgeht. Der Mai war stark gebucht, doch im Juni gab es ein massives Minus von 5,7 Prozent. Pfingsten fiel heuer in den Mai und im Vorjahr in den Juni.

In den ersten beiden Monaten der touristischen Sommersaison, die sich vom Mai bis in den Oktober erstreckt, begrüßten die Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen in Österreich heuer insgesamt rund 8,1 Millionen Gäste.

Einbruch im Juni

Im Monat Juni ging es zwischenzeitig steil bergab. Die Zahl der Gäste sank um 5,2 Prozent auf 4,39 Millionen und die Nächtigungen gaben um 5,7 Prozent auf 12,7 Millionen nach. Die Buchungen aus dem Ausland brachen dabei um 7 Prozent auf 8,76 Millionen Nächtigungen ein, jene aus dem Inland um 2,5 Prozent auf 3,94 Millionen.

"Der Rückgang im Vergleich zum Juni 2025 ist vor allem darauf zurückzuführen, dass Pfingsten - und damit unter anderem auch eine Woche der zweiwöchigen bayerischen Pfingstferien - heuer schon in den Mai gefallen ist - im Jahr 2025 war Pfingsten Anfang Juni", erläuterte die fachstatistische Generaldirektorin der Statistik Austria, Manuela Lenk. Betrachte man jedoch Mai und Juni 2026 zusammen, sei "das beste Ergebnis einer Sommervorsaison seit Beginn der elektronischen Aufzeichnungen 1973/74" erreicht worden, betonte Lenk.

Buchungen aus Deutschland und Österreich dominieren

Die mit Abstand meisten Buchungen kamen in den ersten beiden Monaten der Sommersaison wieder aus Deutschland (8,26 Millionen Übernachtungen) und Österreich (7,25 Millionen). Bei den Deutschen gab es im Jahresabstand einen spürbaren Zuwachs von 2,8 Prozent, seitens der Gäste aus dem Inland allerdings ein Minus von 1,2 Prozent.

Ebenfalls zu den Top-5-Herkunftsmärkten zählten die Niederlande mit 0,76 Millionen Nächtigungen (plus 2,5 Prozent), die Schweiz und Liechtenstein gemeinsam mit 0,63 Millionen (plus 1,6 Prozent) sowie die USA mit 0,55 Millionen und einem kräftigen Plus von 8,4 Prozent. Eingebrochen ist hingegen der arabische Markt mit einem Rückgang von 43,8 Prozent auf 138.000 Nächtigungen. Der Krieg im Nahen Osten wirkt sich auch auf den Tourismus aus.

"Urlaub in Österreich ist gefragt"

Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner (ÖVP) sieht in den vorliegenden Daten "einen starken Vertrauensbeweis für die heimischen Gastgeberinnen und Gastgeber", wie sie am Freitag in einer Aussendung mitteilte. "Urlaub in Österreich ist gefragt, weil die Menschen wissen, dass sie bei uns echte Gastfreundschaft, hohe Qualität und ein sicheres Urlaubsland erwartet." Dieses Ergebnis sei auch "eine große Anerkennung für die vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die täglich dafür sorgen, dass sich unsere Gäste willkommen und gut aufgehoben fühlen".

Zugleich ortet Zehetner einen klaren politischen Auftrag: "Unser Anspruch ist, den Betrieben jene Rahmenbedingungen zu geben, die sie brauchen, um erfolgreich wirtschaften und investieren zu können. Dazu gehören laut Tourismus-Staatssekretärin weniger Bürokratie, ausreichend Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, eine leistungsfähige Infrastruktur und ein Tourismus, der regionale Wertschöpfung über das ganze Jahr hinweg schafft.

Gewerkschaft fordert mehr Geld für Beschäftigte

Die Gewerkschaft vida, die sich für die bis zu rund 250.000 Beschäftigten im Tourismus seit Monaten auf keinen neuen Kollektivvertrag (KV) mit der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) als Vertreterin der Arbeitgeber einigen kann, erneuerte am Freitag in groben Zügen ihre Forderungen: Eine echte Reallohnerhöhung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Hotellerie und Gastronomie und insgesamt "faire Bedingungen". Attraktive Löhne und bessere Arbeitsbedingungen seien das einzige wirksame Mittel gegen den Arbeitskräftemangel. Die Wirtschaftskammer habe die KV-Verhandlungen vor einigen Wochen "einseitig abgebrochen".

In den letzten Jahren hätten die Betriebe ihre Preise um über 60 Prozent in die Höhe geschraubt, so die Gewerkschaft. Gleichzeitig weigere sich die Arbeitgeberseite bei den aktuellen Lohnverhandlungen vehement, den Beschäftigten die Teuerung abzugelten. "Anerkennung allein bezahlt noch lange keine Rechnungen - schließlich wollen auch die Arbeitgeber von ihren Gästen nicht nur Anerkennung, sondern vor allem auch Bares", betonte die Vorsitzende des Fachbereichs Tourismus in der Gewerkschaft vida, Eva Eberhart.