Prozess
Trans-Polizist soll Schülerin vergewaltigt haben
Der Angeklagte sitzt aktuell in der Männerabteilung der JVA München, er war bei der Bundespolizeiinspektion Rosenheim tätig. Schon am ersten Tag des Prozesses einigten sich Anklage und Verteidigung auf eine Verständigung: Kommt ein umfassendes Geständnis, soll die Freiheitsstrafe zwischen drei und dreieinhalb Jahren liegen. Zum Deal gehört laut dpa ein Täter-Opfer-Ausgleich: Das jugendliche Opfer soll ein Motorrad und 5000 Euro erhalten.
Der Angeklagte muss zudem eine Geldstrafe aus einem Urteil des Amtsgerichts Rosenheim vom Juli 2025 vollständig zahlen. Die Staatsanwaltschaft wertet es zu ihren Lasten, dass der Tatverdächtige so kurz danach erneut straffällig geworden sein soll. Vier Verhandlungstage waren ursprünglich bis zum 8. Oktober geplant. Der Deal kann das Verfahren verkürzen – und der Geschädigten die Aussage im Saal ersparen.
2000 Bilddateien bei Razzia entdeckt
Die Vernehmung der Angeklagten fand ohne Öffentlichkeit statt. Der Vorsitzende nannte schutzwürdige Interessen: Die Lebenssituation enthalte Details über intime Beziehungen. Radio Charivari Rosenheim berichtete, der Verteidiger habe den Ausschluss beantragt und ein Rechtsgespräch zur Beweisaufnahme verlangt.
Im August 2025 soll der Angeklagte die Tochter einer Freundin bei einem Ausflug sexuell missbraucht haben, nach Regionalberichten in einem Schnellrestaurant an der A8 bei Irschenberg. Zuvor soll er dem 40 Jahre jüngeren Mädchen (14) von der Dienststelle aus eine pornografische WhatsApp-Nachricht geschickt haben. Unstreitig ist die Schutzbedürftigkeit einer Jugendlichen. Die Anklage beschreibt den Schock der Schülerin nach der Tat.
Bei einer Hausdurchsuchung sollen Handy, Laptop, USB-Sticks und eine Festplatte sichergestellt worden sein. Rosenheim24 berichtete von fast 2000 Bilddateien und mehreren Videos. Ermittler sprechen von Missbrauchsdarstellungen, darunter von Kleinkindern, sowie von selbst erstellten Sex-Videos mit einem Hund. Seit Oktober sitzt der 55-jährige Ex-Polizist nun in Untersuchungshaft.