Rote Flagge
Traumstrand gesperrt! Fäkalbakterien vertreiben Badegäste auf Teneriffa
Der berühmte Sandstrand von El Médano im Süden Teneriffas zieht normalerweise das gesamte Jahr über Wind- und Kitesurfer sowie zahlreiche Badegäste an, die den flachen Einstieg und den sanften Wellengang schätzen. Doch aktuell sorgt eine rote Flagge für leere Gesichter bei den Urlaubern, da ein absolutes Badeverbot verhängt wurde. Der Grund für die drastische Maßnahme ist der Nachweis des Fäkalbakteriums E. coli im Meerwasser. Während die meisten Stämme dieser Bakterienart harmlos im Darm von Mensch und Tier leben, können bestimmte Stämme schwere Krankheiten wie Durchfall, Bauchkrämpfe, Übelkeit und Erbrechen auslösen. In seltenen Fällen drohen sogar gefährliche Infektionen wie eine Blutvergiftung. Auch für Reisende aus Österreich, die ihren Urlaub auf den Kanaren verbringen, bedeutet dies vorerst ein herber Dämpfer.
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Vorsichtsmaßnahme der lokalen Behörden
Die Gemeindeverwaltung von Granadilla de Abona hat die Sperrung als reine Vorsichtsmaßnahme angeordnet, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten. Aktuell werden neue Wasserproben analysiert, um die Situation genau zu überwachen. Erst wenn die Laborergebnisse die absolute Unbedenklichkeit des Badewassers schriftlich bestätigen, wird der Strand wieder für das Publikum freigegeben. "Diese Maßnahme wurde ergriffen, um die Sicherheit der Badegäste zu gewährleisten, während die Ergebnisse der neuen Wasseranalysen abgewartet werden", erklärte die zuständige Gemeindeverwaltung offiziell zum Vorfall.
Strukturelles Problem mit Abwasser
Es ist keineswegs das erste Mal, dass der beliebte Strand im Küstenort El Médano wegen erhöhter E. coli-Level behördlich geschlossen werden musste. Bereits im Jahr 2023 kam es zu heftigen Protesten zahlreicher Anwohner, die lautstark ein besseres Abwasserbehandlungssystem und sauberere Meere forderten. Das Problem hat laut Medienberichten von "Canarian Weekly" eine tiefere, strukturelle Dimension. Daten des kanarischen Ministeriums für ökologischen Wandel und Energie zeigen, dass es auf den Kanarischen Inseln insgesamt 403 Einleitungsstellen gibt, an denen Abwasser ungehindert vom Land direkt ins Meer fließt.
Spanien steht in Kritik
Auch auf europäischer Ebene sorgt das Thema für massiven Ärger und juristische Konsequenzen. Der Europäische Gerichtshof hat in einem Urteil offiziell festgestellt, dass Spanien seine Verpflichtungen zur ordnungsgemäßen Behandlung von städtischem Abwasser vor der Einleitung in das Meer nicht erfüllt. Mehrere der von diesem Urteil betroffenen Standorte befinden sich direkt auf der Ferieninsel Teneriffa, was die anhaltenden Probleme vor Ort erklärt.