Zinsen

Trump droht mit neuem Handelshammer

© APA/AFP/BRENDAN SMIALOWSKI
Kurz vor einer möglichen Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve hat US-Präsident Donald Trump erneut Druck auf die Fed ausgeübt.
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Er bekräftigte auf Frage einer Journalistin seine Drohung eines Handelsstopps mit bestimmten Ländern, sollte der Zentralbankrat die US-Geldpolitik nicht lockern. "Ich werde das bei einigen Ländern tun. Ich habe keine Wahl", behauptete Trump. Auf die Frage zum Zeitfenster sagte er: "Es wird sich über einen gewissen Zeitraum erstrecken."

Trump hatte Anfang September auf Truth Social in Richtung der Fed geschrieben: "Senkt die Zinsen, oder ich breche den Handel mit Ländern ab, mit denen wir ein Defizit haben". Trump argumentierte, dass der Arbeitsmarkt deutlich stärker gewachsen sei als gedacht und dies ausreiche, um geringere Zinsen zu legitimieren.

Zuvor hatte das US-Arbeitsministerium einen überraschend starken Arbeitsmarktbericht für den August vorgelegt. So stieg die Beschäftigtenzahl um 162.000 - Volkswirte hatten im Schnitt lediglich mit 55.000 zusätzlichen Stellen gerechnet. Im Juli hatte der Arbeitsmarkt noch enttäuscht.

Trumps Meinung weicht von der von Volkswirten ab

Volkswirte merken allerdings an, dass ein starker Arbeitsmarkt die Lohnentwicklung und damit auch die Inflationsgefahren verstärken kann. Trump ging nicht darauf ein, dass die Inflation in seinem Land seit mehr als fünf Jahren über dem von der Fed angestrebten Ziel von 2 Prozent liegt. Der US-Präsident ließ damals wie heute offen, welchen Zusammenhang er zwischen gewünschter Zinssenkung in den USA und dem Handelsdefizit mit einigen Ländern sieht.

Niedrigere Zinsen können dafür sorgen, dass Unternehmen schneller wachsen. Zugleich heizen sie die Inflation an. Fed-Chef Kevin Warsh hatte jüngst klargemacht, dass er der Preisstabilität eine höhere Priorität einräumt, und sich zu höheren Zinsen bereit gezeigt. Die Teuerungsrate lag im August bei 3,4 Prozent.

Volkswirte und Banken rechnen mit Zinserhöhung

Mittlerweile rechnet eine überwiegende Mehrheit der Volkswirte damit, dass die Fed den Zins anheben wird. Es wäre das erste Mal seit Dezember 2025, dass der Zentralbankrat überhaupt Hand an den Leitzins legt, und die erste Straffung seit Juli 2023.

Auch die US-Investmentbank Goldman Sachs rechnet nun mit einer Zinserhöhung der US-Notenbank Fed um 25 Basispunkte auf ihrer Sitzung im September. Damit schließt sie sich einer wachsenden Zahl von Wall-Street-Banken an, die angesichts der anhaltenden Inflationssorgen eine weitere Straffung der Geldpolitik erwarten.

In einer am Freitag veröffentlichten Einschätzung revidierte das Institut seine bisherige Prognose, die keine Zinserhöhung vorsah. Die Kehrtwende sei weniger auf eine Änderung der eigenen Konjunkturaussichten zurückzuführen, sondern auf die Markterwartungen und darauf, dass die Fed die Anleger wahrscheinlich nicht überraschen will. Zudem könne der jüngste Anstieg der Ölpreise einige Entscheidungsträger zu einer zusätzlichen Straffung bewegen.