"Rote Karten werden nicht durch politische Telefonanrufe aufgehoben. Sie werden auf der Grundlage von Regeln, Beweisen und durch unabhängige Gremien revidiert", schrieb der frühere FIFA-Präsident Joseph Blatter auf X. Auch ÖFB-Aufsichtsratschef Josef Pröll forderte Aufklärung.
Auch interessant
Der belgische Fußballverband RBFA zieht vor dem WM-Achtelfinale gegen die USA alle Register. Nach der völlig überraschenden Aufhebung der Rot-Sperre gegen US-Topstürmer Folarin Balogun (25) haben die Belgier nun offiziell Protest eingelegt. Der Weltverband FIFA wird mit schweren Vorwürfen bezüglich der sportlichen Fairness konfrontiert.
Die Gemüter vor dem K.-o.-Duell in Seattle kochen hoch. Folarin Balogun war im Sechzehntelfinale gegen Bosnien-Herzegowina nach einem schweren Foul mit Rot vom Platz gestellt worden. Doch am Sonntag begnadigte die FIFA den Angreifer überraschend und setzte die Sperre zur Bewährung aus – ein absolut beispielloser Vorgang bei einer Weltmeisterschaft.
Belgien legt Protest ein
Nun hat der belgische Fußballverband (RBFA) offiziell gegen die Aufhebung der Sperre Protest eingelegt. Der Verband klagte öffentlich an, dass man von der FIFA "nicht die geringste Erklärung" für ihre Entscheidung erhalten und daher "keine andere Möglichkeit, als die Einsatzberechtigung des Spielers für das nächste Spiel anzufechten" habe.
"Bis zum jetzigen Zeitpunkt hat die RBFA weder eine Entscheidung noch eine Erklärung der FIFA zu dieser Angelegenheit erhalten", hieß es weiter. Der Verband werde das Urteil anfechten und unabhängig vom Spielausgang "auch in den kommenden Stunden, Tagen und Monaten für die grundlegenden Prinzipien der Ethik, des fairen Wettbewerbs und die Interessen des Fußballs als Ganzes eintreten."