ESC-Hammer

Tschechien sagt ESC-Teilnahme ab

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Der öffentlich-rechtliche Fernsehsender Tschechiens, Ceska Televize, wird wegen einer geplanten Umstellung seiner Finanzierung nicht am kommenden Eurovision Song Contest (ESC) teilnehmen.
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"Wir werden die tschechische Flagge nächstes Jahr nicht auf der Bühne sehen", erklärte der Sender am Dienstag im Onlinedienst X. Es handle sich aber nur um einen vorübergehenden Rückzug - in Zukunft sei eine Teilnahme wieder geplant.

"Wir wissen, dass der Eurovision Song Contest uns allen sehr viel bedeutet. Deshalb danken wir allen tschechischen Künstlern und vor allem euch, den Fans, für jede Stimme, jeden Kommentar, jeden Jubel und dafür, dass ihr dabei wart", fügte der Sender in dem Beitrag hinzu.

Babis will Rundfunkgebühren abschaffen

Die tschechische Regierung unter dem rechtsgerichteten Ministerpräsidenten Andrej Babis will die Rundfunkgebühren abschaffen und den Sender direkt aus der Staatskasse finanzieren. Ceska Televize sowie der dazugehörende öffentlich-rechtliche Radiosender erhalten dadurch weniger Geld.

Die Entscheidung Tschechiens ist nicht die erste Absage von Teilnehmern für das kommende Jahr und ein weiterer finanzieller Rückschlag für die Europäische Rundfunkunion, die das weltweit größte live im Fernsehen übertragene Musikereignis organisiert. Irland und Spanien wollen den ESC 2026 wegen der Teilnahme Israels boykottieren. Der irische Sender RTE führte zur Begründung den "anhaltenden Verlust von Menschenleben" im Gazastreifen durch das Vorgehen der israelischen Armee an.

Das diesjährige ESC-Finale verfolgten im tschechischen Fernsehen rund 287.000 Menschen, was einer Einschaltquote von 13,37 Prozent entspricht. Tschechien hat den ESC bisher noch nie gewonnen. In diesem Jahr landete der tschechische Sänger Daniel Zizka in Wien mit dem Song "Crossroads" auf dem 16. Platz.

Kritiker von Babis werfen dem Regierungschef vor, die Unabhängigkeit der öffentlich-rechtlichen Medien einschränken zu wollen - nach dem Vorbild des slowakischen Ministerpräsidenten Robert Fico und des ehemaligen ungarischen Regierungschefs Viktor Orban. Babis rechtfertigt das Vorhaben mit Kosteneinsparungen. Der Sender hat bereits Personalabbau und Programmänderungen angekündigt. Allerdings muss das Parlament noch über die Finanzierungsreform abstimmen.