Im Sommer war alles ruhig - doch der politische Herbst verspricht ein heißer zu werden. Nachdem Polizei- und Justizbedienstete in der ersten Jahreshälfte in allen Details zum Tod des suspendierten Justiz-Sektionschefs Christian Pilnacek befragt worden waren. Die FPÖ, die den Ausschuss ja einberufen hat, will das inzwischen nicht mehr so heiße Eisen aber weiter schmieden. Im Herbst werden erstmals Politikerinnen in den Ausschuss geladen - laut oe24-Infos macht ein ministerielles Damen-Duo den Auftakt. Sowohl die amtierende Justizministerin Anna Sporrer als auch ihre grüne Vorgängerin Alma Zadić. Die Grüne hatte Pilnacek seinerzeit entmachtet und suspendiert, Sporrer soll zu den Umständen der Wiederaufnahme der Ermittlungen rund um den Tod aussagen, beide sind am 16. und 17. September geladen.
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So richtig spannend wird es dann aber im Oktober. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker will im Herbst die gesamte mit Sicherheit befasste ÖVP-Prominenz auffahren lassen. Neben dem aktuellen Kanzler Christian Stocker und Innenminister Gerhard Karner soll auch der Vorgänger der beiden, also Ex-Kanzler und Ex-Innenminister Karl Nehammer, befragt werden. Richtig brisant könnte es aber werden, wenn Ex-Nationalratspräsident und Ex-Innenminister Wolfgang Sobotka im Zeugenstand Platz nimmt: Es war Sobotkas Mitarbeiterin Anna P., die Pinacek am Abend vor seinem Tod von jener Polizeiinspektion abholte, in der ihm der Führerschein wegen Trunkenheit am Steuer abgenommen worden war. Sobotka hat bis heute keine Antwort auf die Frage gegeben, wann und wie er vom Tod Pilnaceks erfahren hatte.
Ein anderer ÖVP-Promi steht übrigens nicht auf der Zeugenliste: Sebastian Kurz: Der hatte einen Selbstmord Pilnaceks zu einem Zeitpunkt verkündet, als die Polizei in der Rossatzer Au noch mit den Ermittlungen beschäftigt war. Doch außer die NEOS interessiert das offenbar keinen im U-Ausschuss...