München. Rund 3,8 Millionen Menschen strömten in der ersten Woche auf das Festgelände in München. Das sind etwa 300.000 Gäste mehr als im Vorjahr, begünstigt durch bestes Herbstwetter. Wiesnchef Christian Scharpf (SPD) sieht den Grund für den massiven Anstieg unter anderem in einer gezielten Werbekampagne. Ziel war es, mehr Leute unter der Woche auf das Oktoberfest zu holen und so die extremen Stoßzeiten an den Wochenenden zu entlasten. Das Konzept funktionierte: An den Werktagen stiegen die Zahlen um beachtliche 18,5 Prozent, während das Wochenende leicht unter dem Vorjahresniveau lag. Scharpf zieht ein klares Fazit: "Es war von Anfang an eine entspannte Atmosphäre, es war eine friedliche erste Woche".
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KI für mehr Sicherheit
Für diese entspannte Lage sorgte auch ein neues, erweitertes Sicherheitskonzept. Erstmals kamen auf dem Gelände KI-gestützte Videokameras sowie sogenannte Crowdspotter zum Einsatz. Diese Experten analysieren und beobachten die Menschenmassen kontinuierlich. Der Wiesnchef bezeichnete diese Neuerungen als "Quantensprung". Wegen des enormen Andrangs mussten am Samstag sogar vorübergehend einzelne Eingänge geschlossen werden, um die Gästeströme gezielt umzuleiten.
Tödlicher Unfall am Fahrgeschäft
Überschattet wird die Bilanz von einem tragischen Unfall: Ein Sicherheitsmitarbeiter eines Fahrgeschäfts wurde von einer herabfahrenden Gondel erfasst und tödlich verletzt. Die Ermittlungen dazu, warum sich der Mann im Gefahrenbereich aufhielt, laufen noch.
Saures Radler statt Festbier
Beim Konsum zeigt sich ein eher unerwartetes Bild. Das klassische Festbier verzeichnet einen leichten Rückgang, stattdessen greifen die Gäste ungewöhnlich oft zum Sauren Radler (Anm. Bier mit Mineralwasser). Christian Scharpf zeigte sich davon überrascht und meinte, er könne sich das nicht recht vorstellen, werde das neue In-Getränk nun aber selbst probieren. Musikalisch fehlt in dieser Saison noch der ganz große Wiesnhit. Laut Festleitung wird das Lied "Gute Laune" von GroßstadtEngel momentan besonders häufig gespielt.
Mehr Einsätze für Rettungskräfte und Polizei
Die höheren Besucherzahlen führten zu mehr Einsätzen für Polizei und den Sanitätsdienst der Aicher Ambulanz. Neben Kreislaufproblemen und Verletzungen machten alkoholbedingte Beschwerden mit rund 35 Prozent den gewohnt hohen Anteil der Behandlungen aus. Die Polizei registrierte bislang etwa 470 Straftaten und Ordnungswidrigkeiten auf dem Gelände.