US-Präsident Donald Trump steht vor einer entscheidenden Bewährungsprobe. Bei den amerikanischen Zwischenwahlen am 3. November 2026 könnten seine Republikaner ihre Mehrheit im Kongress verlieren. Die aktuellen Umfragen zeigen einen deutlichen Vorsprung der Demokraten. Besonders im Repräsentantenhaus wächst die Wahrscheinlichkeit eines Machtwechsels. Für Trump könnte das die letzten beiden Jahre seiner Amtszeit erheblich erschweren.
Auch interessant
Demokraten liegen acht Prozentpunkte vorne
Die Zahlen sind für den Präsidenten alarmierend: Im landesweiten Umfrageschnitt von RealClearPolling kommen die Demokraten bei der Parteipräferenz für das Repräsentantenhaus auf 50,4 Prozent, die Republikaner auf 42,3 Prozent. Das entspricht einem Vorsprung von 8,1 Prozentpunkten für die Demokraten. In einer aktuellen Fox-News-Umfrage liegt das Verhältnis sogar bei 54 zu 45 Prozent.
Auch die Prognosen sehen die Demokraten im Vorteil. Der Datenanalyst Nate Silver und sein Team stuften die Partei am 14. Oktober als klaren Favoriten für die Rückeroberung des Repräsentantenhauses ein. Im Senat ist das Rennen dagegen enger. Dort halten die Republikaner derzeit eine Mehrheit von 53 zu 47 Sitzen, wobei zwei unabhängige Senatoren üblicherweise mit den Demokraten stimmen.
Bei den sogenannten Midterms am 3. November werden sämtliche 435 Sitze im Repräsentantenhaus und 35 der 100 Sitze im Senat neu vergeben. Trump selbst steht zwar nicht zur Wahl, doch das Ergebnis gilt als wichtiger Stimmungstest für seine Präsidentschaft.
Trumps Zustimmungswerte sinken
Ein wesentlicher Grund für die schwierige Ausgangslage ist die Unzufriedenheit mit dem Präsidenten. Im Umfrageschnitt von RealClearPolling bewerten 38,4 Prozent der Befragten Trumps Amtsführung positiv, 59,7 Prozent sind dagegen unzufrieden. Das ergibt einen negativen Abstand von 21,3 Prozentpunkten.
Besonders problematisch ist die Wirtschaft. Eine Erhebung der "Financial Times" und des Meinungsforschungsinstituts Focaldata ergab Anfang Oktober, dass nur 25 Prozent der registrierten Wähler Trumps Wirtschaftspolitik positiv beurteilen. Bei seinem Umgang mit der Inflation liegt die Zustimmung sogar nur bei rund 20 Prozent. Insgesamt bewerteten in dieser Umfrage lediglich 34 Prozent seine Amtsführung positiv. Befragt wurden vom 2. bis 4. Oktober 2275 registrierte Wähler.
Für Trump ist das besonders heikel, weil er 2024 mit dem Versprechen gewählt wurde, die Lebenshaltungskosten zu senken und die Wirtschaft zu stärken. Die Demokraten versuchen nun, die hohen Preise und die Unzufriedenheit mit der wirtschaftlichen Entwicklung in den Mittelpunkt ihres Wahlkampfs zu stellen.
Machtverlust könnte Trump ausbremsen
Sollten die Demokraten die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, könnten sie die Regierung stärker kontrollieren, parlamentarische Untersuchungen einleiten und Vorladungen durchsetzen. Auch mögliche Ermittlungen gegen Personen aus Trumps Umfeld könnten dann politisch an Bedeutung gewinnen. Eine demokratische Mehrheit würde allerdings nicht automatisch eine Amtsenthebung bedeuten: Dafür wären weitere verfassungsrechtliche Schritte und im Senat eine Zweidrittelmehrheit für eine Verurteilung erforderlich.
Zusätzlichen Zündstoff lieferte Trump mit einer Äußerung über Informanten, die geheime Informationen zu US-Militäreinsätzen an Medien weitergeben. Bei einer Wahlkampfveranstaltung in Arizona sagte er: "Informanten sollten meiner Meinung nach erschossen werden." Hintergrund war die Weitergabe von Informationen über Angriffe auf iranische Atomanlagen.
Entscheidend wird nun sein, ob die Demokraten ihren Umfragevorsprung tatsächlich in Wahlsiege umsetzen können. Denn landesweite Zahlen sagen nicht unmittelbar voraus, wie die einzelnen Wahlkreise und Bundesstaaten ausgehen. Klar ist aber: Verlieren die Republikaner ihre Mehrheit im Repräsentantenhaus, dürfte es für Trump deutlich schwieriger werden, seine politischen Vorhaben durch den Kongress zu bringen.