Gebäudereinigung

Unsichtbare Helden

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Am 15. Juni, dem Internationalen Tag der Gebäudereinigung, rückt eine Berufsgruppe in den Mittelpunkt, die für Hygiene, Sicherheit und Gesundheit unverzichtbar ist – deren Arbeit jedoch oft unsichtbar bleibt.
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Der Aktionstag soll auf die Bedeutung einer Berufsgruppe aufmerksam machen, deren Leistungen für das Funktionieren von Krankenhäusern, Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Büros und der Lebensmittelproduktion unverzichtbar sind. Gleichzeitig soll er mehr Sichtbarkeit und Wertschätzung für jene Menschen schaffen, die tagtäglich für Hygiene und Sauberkeit sorgen.

In Spitälern hat Sauberkeit oberste Priorität. Speziell geschulte Reinigungskräfte sorgen für hygienisch einwandfreie Bereiche und unterstützen so den Schutz von Patienten, Besuchern und Mitarbeitern. © Getty Images

Mehr als Putzen: Ein Beruf mit Verantwortung

Mehr als 25.000 Wiener Reinigungskräfte sorgen täglich für Hygiene, Sicherheit und Werterhalt in der Bundeshauptstadt. Dennoch kämpft die Branche mit mangelnder Sichtbarkeit und überholten Vorurteilen.
Saubere Krankenhäuser, funktionierende Schulen, hygienische U-Bahnen und gepflegte Bürogebäude: Was für die meisten Menschen selbstverständlich ist, basiert auf der Arbeit von mehr als 25.000 Reinigungskräften in Wien. Doch obwohl ihre Leistungen für das tägliche Leben unverzichtbar sind, bleibt die Branche oft im Hintergrund.
"Sauberkeit ist weit mehr als Ästhetik – sie ist Gesundheitsschutz, Werterhalt und ein unverzichtbarer Bestandteil unseres Alltags. Ohne Reinigungskräfte würde unsere Gesellschaft buchstäblich im Schmutz versinken. Ihre Arbeit verdient mehr Anerkennung und Wertschätzung", betont Gerhard Komarek, Innungsmeister der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung Wien.

Sauberkeit entsteht nicht von selbst – sie ist das Ergebnis von Engagement, Sorgfalt und harter Arbeit. Reinigungskräfte leisten täglich einen unverzichtbaren Beitrag für Hygiene, Gesundheit und Wohlbefinden. © Getty Images

Unsichtbare Leistung führt zu mangelnder Wertschätzung

Das zentrale Problem der Branche liegt in ihrer Unsichtbarkeit. Reinigung wird meist erst dann wahrgenommen, wenn sie fehlt. Verschmutzte Räume, unhygienische Zustände oder mangelnde Ordnung werden zwar registriert, die dahinterstehende Leistung professioneller Reinigungskräfte bleibt jedoch oft unbeachtet.
Dabei hat professionelle Reinigung direkte Auswirkungen auf Gesundheit und Sicherheit. Besonders deutlich wird dies im Gesundheitswesen: Ohne fachgerechte Reinigung und Desinfektion würden Infektionsrisiken steigen, medizinische Abläufe beeinträchtigt und das gesamte System zusätzlich belastet. Ähnliche Herausforderungen würden sich in Schulen, der Lebensmittelproduktion, öffentlichen Einrichtungen oder im öffentlichen Verkehr ergeben.

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Vorurteile über einen anspruchsvollen Beruf

Neben der gesellschaftlichen Wahrnehmung kämpft die Branche auch mit einem veralteten Berufsbild. Reinigung wird häufig als einfache oder unqualifizierte Tätigkeit angesehen. Tatsächlich erfordert die professionelle Gebäudereinigung jedoch umfassendes Fachwissen über Chemie, Materialien, Maschinen, Hygienevorschriften und Arbeitssicherheit.
Die Branche bietet zudem klare Karrierewege – von der Lehre über die Meisterprüfung bis hin zur Selbstständigkeit. Moderne Ausbildungsangebote sollen dazu beitragen, das Berufsbild attraktiver zu machen und Nachwuchskräfte für die vielfältigen Aufgaben zu gewinnen.
„Uns ist wichtig, mit Vorurteilen aufzuräumen und unsere Branche sichtbar zu machen. Unsere Fachkräfte gewährleisten in wichtigen Lebensbereichen Hygienestandards und Sauberkeit. Von Krankenhäusern über Schwimmbäder bis hin zur Großküche, so weitreichend wie die Einsatzbereiche sind auch die Ausbildungs- und Aufstiegsmöglichkeiten", sagt Gerhard Komarek, Innungmeister der Denkmal-, Fassaden- und Gebäudereinigung Wien.

Saubere Räumlichkeiten schaffen eine angenehme Atmosphäre und fördern Wohlbefinden sowie Produktivität. © Getty Images

Eine der vielfältigsten Branchen Wiens

Die Zahlen verdeutlichen die Bedeutung der Reinigungsbranche für den Arbeitsmarkt der Bundeshauptstadt. Mehr als 25.000 Menschen sind in Wien in der Reinigung beschäftigt. Über 70 Prozent der Beschäftigten sind Frauen, rund 69 Prozent haben einen Migrationshintergrund. Damit zählt die Branche zu den vielfältigsten Wirtschaftsbereichen der Stadt.
Gleichzeitig suchen die mehr als 3.000 Wiener Mitgliedsbetriebe laufend neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Nach abgeschlossener Lehre liegt das Einstiegsgehalt bei über 2.210 Euro pro Monat.

Zahlen & Fakten, die das Bild schärfen

  • 25.000+ Reinigungskräfte allein in Wien
  • Über 59 % der Beschäftigten arbeiten Teilzeit
  • Über 70 % der Beschäftigten sind Frauen
  • Über 69 % haben Migrationshintergrund – die Branche ist eine der diversesten der Stadt
  • Mehr als 3.000 Mitgliedsbetriebe in Wien, die laufend Personal suchen Einstiegsgehalt nach Lehrabschluss: über 2.210 Euro/Monat, krisensicher
  • Ausbildungsstätte der Landesinnung: 1.700 m² in Liesing, mit simuliertem OP-Saal, U Bahn-Waggon, Großküche – wahrscheinlich die modernste in Europa