Mysteriöser Fall

US-Student tot in den Bergen gefunden

© Getty/Privat
Kurz vor seinem Verschwinden kam es zu einem ChatGPT-Streit mit seiner Familie.

Der Fall des verschwundenen US-Studenten James "Weston" Higginbotham hat in den vergangenen Tagen weltweit für Schlagzeilen gesorgt. Nun gibt es die traurige Gewissheit: Der 20-Jährige wurde nach einer mehrtägigen Suchaktion in einem Berggebiet nahe der japanischen Millionenstadt Kyoto tot aufgefunden. Wie er ums Leben kam, ist bisher weiterhin ungeklärt.

Der Student der Auburn University im US-Bundesstaat Alabama war Ende Mai gemeinsam mit seinen Eltern und seinem jüngeren Bruder nach Japan gereist. Die Familie wollte dort den Schulabschluss des Bruders feiern. Am 29. Mai verschwand Higginbotham jedoch spurlos, nachdem er sich von seiner Familie getrennt hatte.

Überwachungskameras zeichneten den jungen Amerikaner zuletzt im Stadtbezirk Yamashina im Osten Kyotos auf. Dort verließ er einen Zug und bewegte sich in Richtung eines Wandergebietes am Rand der Stadt. Kurz darauf verlor sich seine Spur. Auch sein Mobiltelefon war wenig später nicht mehr erreichbar, die Standortfreigabe wurde deaktiviert.

Große Suchaktion

Die Suche entwickelte sich zu einem internationalen Kraftakt. Japanische Behörden setzten mehr als 100 Einsatzkräfte, Suchhunde und Hubschrauber ein, um die bewaldeten Berghänge rund um Yamashina abzusuchen. Erschwert wurden die Arbeiten durch schlechtes Wetter, heftige Regenfälle und schwieriges Gelände mit dichtem Bewuchs und steilen Hängen. Nachdem die offizielle Suchaktion zunächst ohne Ergebnis beendet worden war, organisierte die Familie gemeinsam mit freiwilligen Helfern und privaten Rettungsteams eine eigene Suchmission. Schließlich entdeckte eine ehrenamtliche Such- und Rettungsgruppe den Studenten in einem abgelegenen Berggebiet außerhalb von Kyoto.

Kyoto gilt als heilige Stadt in Japan © Getty Images

Für zusätzliche Aufmerksamkeit sorgte ein Detail, das seine Mutter Nancy Higginbotham in Interviews öffentlich machte. Demnach soll es kurz vor dem Verschwinden zu einer Meinungsverschiedenheit innerhalb der Familie gekommen sein. Auslöser war die Nutzung von ChatGPT bei der Reiseplanung. Weston habe den Einsatz Künstlicher Intelligenz kritisch gesehen und insbesondere auf deren Energie- und Ressourcenverbrauch verwiesen. Seine Mutter bezeichnete die Auseinandersetzung später selbst als "kleinen und unbedeutenden Streit". Nach ihren Angaben sei es für ihren Sohn jedoch nicht ungewöhnlich gewesen, sich nach einem Konflikt zurückzuziehen und Zeit allein in der Natur zu verbringen.

Rätsel um Todesursache

Freunde und Angehörige beschrieben Higginbotham als leidenschaftlichen Naturfreund und erfahrenen Wanderer. Nach Angaben seiner Familie liebte er es, Wälder und abgelegene Gebiete zu erkunden. Gerade deshalb hofften die Angehörigen lange, dass er sich lediglich in dem weitläufigen Berggebiet verirrt haben könnte. Die Eltern hatten bis zuletzt öffentlich an ein lebendes Auffinden ihres Sohnes geglaubt.

Die Todesursache steht derzeit noch nicht fest. Die japanischen Behörden haben Ermittlungen aufgenommen und prüfen die Umstände des Todes. Hinweise auf ein Verbrechen wurden bisher nicht öffentlich bekannt gegeben. Auch die US-Botschaft sowie amerikanische Behörden standen während der Suchaktion mit den japanischen Einsatzkräften in Kontakt.