New York
Van der Bellen trifft Israel-Hasser Mamdani
Um Bundespräsident Alexander Van der Bellen wird es nicht ruhig. Erst löste er am Dienstag bei der österreichischen Pressekonferenz am Rande der UNO-Vollversammlung einen diplomatischen Eklat aus, weil er Israel "Kriegsverbrechen" vorwarf, und jetzt der nächste Aufreger.
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Treffen in New York
Bei seiner Stippvisite in New York traf VdB nun auch den höchst umstrittenen New Yorker Bürgermeister und Israel-Hasser Zohran Mamdani.
Mamdani der Israel-Hasser
Der Politiker der Demokraten, Mamdani, gilt als erklärter Gegner Israels. Den Bundespräsidenten scheint das überhaupt nicht zu stören.
Fast wie alte Freunde
Bei dem kurzen Clip, den VdB selbst auf X postete, kommen die zwei aus dem Lachen kaum mehr heraus, als sie sich begegnen. Die Stimmung scheint bestens zu sein. "Wir freuen uns so sehr, Sie in New York begrüßen zu dürfen", sagt Mamdani, und Van der Bellen schreibt in seinem Posting: "Ein stolzer Europäer trifft auf einen stolzen New Yorker."
Heftige Kritik im Netz
Innig wirkt der Handschlag zwischen den beiden. Vernichtend sind hingegen die Kommentare auf Facebook unter dem Posting von VdB. Einer schreibt: "Einfach nur noch widerlich". Eine andere meint: "Ich zähle buchstäblich die Tage bis zu seinem Auszug aus der Hofburg!" Wiederum eine Nutzerin schreibt: "Von einem Fettnäpfchen ins nächste treten. Die Sinnhaftigkeit und der Nutzen dieses Treffens sind allerdings ebenso fraglich."
Auf X ist der Gegenwind für VdB noch stärker: "Ein stolzer Europäer trifft einen antisemitischen sozialistischen Islamisten. Und tut dies tatsächlich mit Stolz", schreibt dort ein User. Und einer richtet an VdB die Frage: "Was hilft das Treffen mit einem sozialistischen Islamisten konkret unserem Land?"
Mamdani irrt sich
Die Begegnung erfolgte nur einen Tag, nachdem Van der Bellen mit Kritik an den "Kriegsverbrechen" Israels in den Palästinensergebieten für Aufsehen gesorgt hatte. Mamdani hat öffentlich die Absicht geäußert, den israelischen Premier Netanyahu auf Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) festnehmen zu wollen. Später räumte Mamdani allerdings ein, dass ihm als Lokalpolitiker die Befugnis dazu fehle. Netanyahu wird am heutigen Donnerstag in New York erwartet, wo er am Nachmittag (Ortszeit) in der derzeit laufenden Generaldebatte der Vereinten Nationen für sein Land das Wort ergreifen sollte. Für den Abend war die Rede von Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) im Namen Österreichs geplant.
Außenministerin in New York
Meinl-Reisinger war am Mittwoch bemüht, die Wogen nach den Aussagen Van der Bellens zu glätten. "Grundsätzlich verstehe ich die Aufregung nicht ganz, weil wir als Österreich sehr klar in unserer Haltung gegenüber Israel waren. Wir stehen an der Seite Israels", sagte sie der APA am Rande der UNO-Generaldebatte in New York. Doch man müsse "auch sagen, wo rote Linien überschritten wurden". "Dass Völkerrecht und humanitäres Völkerrecht gebrochen wurde in diesem Krieg, wurde sogar durch israelische Gerichte selber festgestellt", betonte die Außenministerin.
Protest aus Israel
Van der Bellens Aussagen waren von Meinl-Reisingers Amtskollegen Gideon Saar scharf kritisiert worden. "Österreichs Bundespräsident Van der Bellen sollte sich schämen!", postete Saar auf der Onlineplattform X. "Jemand, der ein Land vertritt, dessen Vergangenheit mit den schwersten Verbrechen gegen die Menschlichkeit und das jüdische Volk verbunden ist, wagt es, eine falsche Anschuldigung gegen den jüdischen Staat zu erheben, der nach wie vor gegen eine jihadistische Achse kämpft, die unerbittlich versucht, ihn auszulöschen", so Saar. Er betonte zugleich, dass kein österreichischer Bürger für den "abscheulichen Unsinn" verantwortlich gemacht werden könne, "den ihr Bundespräsident von sich gibt".
Auch FPÖ gegen VdB
Auch in Österreich selbst gab es Kritik, etwa von den Israelitischen Kultusgemeinden und rechtsgerichteten Politikern. Am schärfsten fiel die Kritik seitens der FPÖ aus. Deren EU-Delegationsleiter Harald Vilimsky sprach von einer "Schande" und betonte in Richtung Van der Bellen: "Wir brauchen keine Hamas-Versteher!" FPÖ-Chef Herbert Kickl erinnerte an Van der Bellens umstrittene "Aussage, wonach man alle Frauen bitten wird müssen, ein Kopftuch zu tragen - aus Solidarität gegenüber jenen, die es aus religiösen Gründen tun. Seit damals hat der Bundespräsident nichts dazugelernt".