Terror-Anschläge
VdB und Kanzler äußern sich zu 25 Jahre 9/11
Im Zentrum der Gedenkveranstaltungen standen erneut die Orte, die damals angegriffen wurden: das World Trade Center in New York und das Pentagon bei Washington sowie ein Feld im US-Bundesstaat Pennsylvania, auf das ein Flugzeug abgestürzt war. Bei der islamistischen Terrorattacke starben fast 3.000 Menschen.
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Am Ground Zero in New York, dem Ort der zerstörten Zwillingstürme des World Trade Centers, lasen Angehörige die Namen der Getöteten vor. Sechs Schweigeminuten markierten unter anderem die Einschläge der beiden Flugzeuge und den Einsturz der Türme. Erstmals war anschließend eine siebente Schweigeminute für Menschen vorgesehen, die später an Krankheiten oder Verletzungen infolge der Anschläge starben.
Auch die früheren US-Präsidenten Barack Obama, Joe Biden, Bill Clinton und George W. Bush nahmen an der Gedenkveranstaltung in New York teil. US-Präsident Donald Trump gedachte der Opfer unterdessen bei einer Gedenkveranstaltung am Pentagon.
Mehr Tote durch Spätfolgen als durch Attentate selbst
25 Jahre nach den Anschlägen wächst die Zahl der Menschen weiter, die an den gesundheitlichen Folgen der Anschläge leiden. Nach Angaben der US-Regierung hat die Zahl der Menschen, die infolge von Erkrankungen im Zusammenhang mit dem 11. September gestorben sind, die Zahl der unmittelbar bei den Anschlägen Getöteten inzwischen weit übertroffen.
Durch den Einsturz der rund 400 Meter hohen Türme und die anhaltenden Brände entstand in Lower Manhattan ein hochgiftiges Gemisch unter anderem aus pulverisiertem Beton, Glas, Gipskarton, verbrannten Kunststoffen und weiteren Schadstoffen. Zehntausende Einsatzkräfte, Helferinnen, Anrainer und Beschäftigte waren dem Staub und Rauch ausgesetzt. Das staatliche World Trade Center Health Program betreut inzwischen mehr als 150.000 Menschen mit möglichen Folgen dieser Belastung.
Begleitet wurde das Gedenken in New York von einem politischen Streit um Bürgermeister Zohran Mamdani, der an der Gedenkveranstaltung am Ground Zero teilnahm. Angehörige einiger Opfer hatten zuvor in einer Petition gefordert, dass er fernbleiben solle. Die Initiatoren werfen ihm unter anderem vor, sich nicht deutlich genug von als extremistisch empfundenen Äußerungen distanziert zu haben. Andere kritisierten das als Kampagne und antimuslimischen Rassismus gegen Mamdani, der der erste muslimische Bürgermeister der Stadt ist.
Stocker: Wendepunkt in der Geschichte
Für ÖVP-Bundeskanzler Christian Stocker markiert der 11. September 2001 bis heute einen Wendepunkt in der Geschichte, "der unser Verständnis von Sicherheit und Freiheit nachhaltig verändert hat". Österreich bekennt sich laut Aussendung des Bundeskanzleramts zu einer Null-Toleranz-Politik gegenüber Terrorismus und Extremismus, "in jeder Form und unabhängig davon, aus welcher ideologischen oder religiösen Richtung er kommt".
"Unsere freie Art zu leben und unsere liberale Demokratie ist bedroht. Terror will Misstrauen säen und uns spalten – dabei darf er nicht gewinnen", schrieb Bundespräsident Alexander Van der Bellen in Online-Postings. Die offene Gesellschaft müsse dagegenhalten. Außenministerin Beate Meinl-Reisinger (NEOS) gedachte den Opfern der Anschläge via X. "Auch als Mitglied des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen 2027/28 wird Österreich zu den gemeinsamen Anstrengungen gegen den Terrorismus beitragen."
FPÖ-Chef Herbert Kickl erinnerte in einer Aussendung an die "schlimmste Terrorattacke der Neuzeit". Aus den "sicherheitspolitischen Fehlentwicklungen der vergangenen Jahrzehnte" müssten Europa und Österreich "endlich die richtigen Schlüsse" ziehen, so Kickl. Österreich könne gerade bei der internationalen Zusammenarbeit gegen Terrorismus einen wichtigen Beitrag leisten, betonte Petra Bayr, außenpolitische Sprecherin der SPÖ, mit.
Rutte: NATO steht weiter an Seite der USA
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen veröffentlichte ein Statement zur Erinnerung. NATO-Generalsekretär Mark Rutte schrieb auf X, die Verbündeten der USA stünden weiterhin an ihrer Seite. Bei der Gedenkfeier anwesend war laut Kathpress auch der griechisch-orthodoxe Erzbischof von Amerika, Elpidophoros (Lambriniadis). Die kleine orthodoxe Kirche St. Nikolaus wurde beim Terroranschlag auf das World Trade Center beim Einsturz der Zwillingstürme unter den Beton- und Gesteinsmassen begraben. Direkt neben dem 9/11-Denkmal wurde die Kirche in mehrjähriger Bauzeit neu errichtet.
Bei den Terroranschlägen vom 11. September 2001 kamen fast 3.000 Menschen ums Leben, als Terroristen des islamistischen Netzwerks Al-Kaida vier Passagierflugzeuge entführten und zwei davon in die Türme des World Trade Centers steuerten. Ein weiteres Flugzeug traf das Pentagon - Hauptsitz des Verteidigungsministeriums - bei Washington. Eine vierte Maschine stürzte in Pennsylvania ab, nachdem die Passagiere Widerstand gegen die Entführer geleistet hatten. Welches Ziel die Entführer mit der vierten Maschine hatten, ist bis heute unklar.