POLITIK-INSIDER
Verlängerung: Laptop crasht Pilnacek-U-Ausschuss
Kommende Woche geht der Pilnacek-U-Ausschuss mit weiteren Zeugen weiter. Nein, der große Politiker-Showdown ist das noch nicht, geladen ist vielmehr die Kabinettschefin von Innenminister Gerhard Karner, Iris Drexler.
Spannender könnte allerdings die Vernehmung von drei Polizisten sein, die in jener Nacht Dienst hatten, als Christian Pilnacek alkoholisiert gestoppt worden ist - es war der Abend vor dem Tod des suspendierten Sektionschefs, der ja in einem Altarm der Donau in der Wachau gefunden wurde. U-Ausschuss-Abgeordnete wollen in dem Polizeibericht eine Passage entdeckt haben, in der von Suizid-Absichten Pilnaceks die Rede sein soll. Womit sich die Frage erhebt, warum die Polizisten Pilnacek gehen ließen - er wurde ja nach dem Alko-Test von einer engen Mitarbeiterin des damaligen Nationalratspräsidenten in der Wache Stockerau abgeholt.
Polit-Promis sind allerdings diese Woche noch nicht an der Reihe, Kanzler Christian Stocker sowie Karner und sein Vor-Vorgänger Wolfgang Sobotka werden dann ab 21. Oktober mehr oder weniger streng befragt werden.
Neue Dramatik bekommt der U-Ausschuss indes durch die Auswertung von Pilnaceks Laptop durch die WKStA. Darin finden sich laut Standard Hinweise, dass der damals suspendierte Topbeamte Honorare aus Ungarn erhielt. Zudem wird klar, dass Pilnacek nicht nur ÖVPler beriet, die im Clinch mit der WKStA stehen, er war auch bei der Formulierung des neuen Korruptionsstrafrechts live dabei. Und da mischte auch der nunmehrige Kanzler Stocker mit: "Ich versuche zu retten, was zu retten ist", postete der Stocker seinerzeit an Pilnacek.
Damit gerät der Kanzler selbst ins Visier. Die Enthüllungen halten Abgeordnete für so delikat, dass der U-Ausschuss wohl verlängert werden wird. FPÖ-Fraktionsführer Christian Hafenecker wollte zwar dazu nichts sagen - Parlaments-Insides gehen allerdings fix davon aus, dass sich die FPÖ die Gelegenheit nicht entgehen lassen wird, den Kanzler im U-Ausschuss nicht nur einmal zu grillen - sondern mehrfach. Für eine dreimonatige Verlängerung bis ins Frühjahr hinein bräuchte die FPÖ nicht einmal Hilfe - die könnte sie ganz alleine durchsetzen.,