Breitet sich aus

Virus-Alarm in Italien: Erstes Todesopfer

© Getty Images
Das West-Nil-Virus fordert ein erstes Todesopfer in der italienischen Region Veneto. Ein 84-jähriger Mann aus der Provinz Padua ist nach einer Infektion im Krankenhaus gestorben.
Zur Vollversion des Artikels

Im Raum Padua wurden bereits 37 Fälle registriert. Das erste Todesopfer der Region ist der 84-jährige Lorenzo Corradin aus Presina di Piazzola sul Brenta. Er arbeitete vierzig Jahre lang als Modellmacher bei der Schneiderei "Belvest", die luxuriöse Kleidung für Damen und Herren fertigt. Der Mann klagte über hohes Fieber, kognitiven Abbau, Erbrechen, Durchfall und starke Erschöpfung. Nach einer Verschlimmerung der Symptome innerhalb von 24 Stunden alarmierte die Familie den Rettungsdienst Suem 118. Im Krankenhaus von Cittadella wurde er auf das Virus getestet.

Infektion durch Knochenmarkentnahme bestätigt

Die Infektion wurde durch eine Knochenmarkentnahme nachgewiesen. An Ferragosto verschlechterte sich das schwere klinische Bild dramatisch, bis der Patient am 16. August verstarb. Der Patient litt auch an anderen Vorerkrankungen, erklärt Doktor Luca Sbrogiò, Direktor des Präventionsdepartements der Usl Euganea. Sein Zustand habe sich gerade wegen des von Mücken übertragenen Virus verschlechtert. Er wurde erst auf der internistischen Station hospitalisiert und nach der Diagnose sowie der allgemeinen Verschlimmerung in die Neurologie verlegt. Dort kam es am Sonntagabend zum Tod.

Zahlreiche Infektionen in der Region

In der Provinz Padua wurden bislang 37 Fälle des West-Nil-Virus registriert, davon 21 in fiebriger Form und 12 neuroinvasiv. Betroffen sind auch drei Blutspender. Die Ausbreitung hat laut Sbrogiò in den vergangenen 15 Tagen durch Hitze, Luftfeuchtigkeit und Regen zugenommen, was die Vermehrung der Mücken begünstigt. Es handle sich um die Spitze des Eisbergs, da die Mehrheit der Patienten asymptomatisch bleibe. Wenn das Virus besonders gefährdete Personen treffe, könne der Ausgang tödlich sein. Laut dem jüngsten Bulletin der Region vom 12. August gibt es im Veneto bislang 62 Fälle, davon 25 in der neuroinvasiven Form. Auch das Auswärtige Amt warnt explizit vor dem Virus.

Abschied von Lorenzo Corradin

Eine Schädlingsbekämpfung im Wohngebiet von Corradin ist nicht erforderlich, da diese erst bei zwei Infizierten in einem kleinen Umkreis derselben Gemeinde durchgeführt wird. Der Verstorbene hielt sich gerne im Freien auf und pflegte seinen Garten sowie den Gemüsegarten, wobei er möglicherweise gestochen wurde. Er hinterlässt seine Frau Maria Pia und die Kinder Caterina, Ilenia, Elisabetta und Paolo.