Teuer-Schock

Wadsak zu teurem Sprit: "Raus aus fossilen Energieträgern"

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Diesel könnte bis 2035 um 95 Cent pro Liter teurer werden, Benzin um 86 Cent. Eine WKO-Studie warnt vor den Folgen. ORF-Meteorologe Marcus Wadsak hält dagegen und fordert mehr Tempo beim Klimaschutz.
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Die Wirtschaftskammer Österreich (WKO) schlägt Alarm: Laut einer Studie könnten die Spritpreise durch geplante Klimaschutzmaßnahmen deutlich steigen. Beim Diesel droht demnach bis 2035 ein Plus von 95 Cent pro Liter, bei Benzin von 86 Cent.

Hintergrund sind unter anderem das geplante Erneuerbare-Energien-Gesetz Verkehr und Österreichs Ziel, bereits 2040 klimaneutral zu sein – zehn Jahre früher als von der EU ursprünglich vorgesehen. Laut WKO könnten auf Unternehmen dadurch zusätzliche Treibstoffkosten von 2,2 Milliarden Euro pro Jahr zukommen.

Die Wirtschaftskammer fordert deshalb, EU-Vorgaben ohne zusätzliche nationale Verschärfungen umzusetzen. "Klimaschutz muss leistbar bleiben, darf unsere Unternehmen gegenüber ihren europäischen Mitbewerbern nicht benachteiligen", sagt WKO-Generalsekretär Danninger.

Wadsak hinterfragt den Alarm

ORF-Meteorologe Marcus Wadsak hat sich in einem Facebook-Video zu den möglichen Preissteigerungen geäußert. Er rechnet vor, was ein zusätzlicher Euro pro Liter bedeuten würde: Geht man von einem Spritpreis von rund zwei Euro aus, entspräche das einem Anstieg um 50 Prozent. Auf zehn Jahre verteilt wäre das nach seiner überschlägigen Rechnung eine jährliche Steigerung von gut vier Prozent.

Statt auf dauerhaft günstige Benzin- und Dieselpreise zu hoffen, müsse Österreich aus Sicht des Meteorologen die Abhängigkeit von Öl und Gas reduzieren. © Facebook

Für Wadsak ist das kein Argument, beim Klimaschutz zurückzurudern. Er kritisiert, dass die WKO angesichts der möglichen Mehrkosten Alarm schlage und eine Abschwächung von Klimaschutzmaßnahmen fordere.

"Raus aus fossilen Energieträgern"

Statt auf dauerhaft günstige Benzin- und Dieselpreise zu hoffen, müsse Österreich aus Sicht des Meteorologen die Abhängigkeit von Öl und Gas reduzieren. Als Alternativen nennt er öffentliche Verkehrsmittel, das Fahrrad und Elektroautos.

"Ich glaube, wir sollten dann nicht an Klimaschutzmaßnahmen drehen und die noch mehr abschwächen, sondern das ernster nehmen, rascher raus aus fossilen Energieträgern", sagt Wadsak.

Wadsak sieht Verbrenner vor dem Aus

Auch das österreichische Klimaziel für 2040 spielt in seiner Argumentation eine zentrale Rolle. Wadsak hält 2035 für einen passenden Zeitpunkt, um keine neuen Verbrenner mehr zuzulassen. Er ist überzeugt, dass Benzin- und Dieselautos bis dahin zunehmend an Bedeutung verlieren werden.

"Auch die Wirtschaftskammer wird wissen, dass wir 2040 klimaneutral sein werden in Österreich und 2035 ist dann eigentlich genau der richtige Zeitpunkt, dass wir keine neuen Verbrenner mehr zulassen", erklärt der Meteorologe in seinem Video.

Die möglichen Preissteigerungen sind damit zum Streitpunkt zwischen den Warnungen der Wirtschaftskammer und Wadsaks Forderung nach einem schnelleren Umstieg auf klimafreundliche Alternativen geworden.