violette Blume

Warum die Herbstzeitlose für Kinder lebensgefährlich ist

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Sie blüht im Herbst in zartem Violett und sieht wunderschön aus, doch der Schein trügt gewaltig. Die Herbstzeitlose gehört zu den giftigsten Pflanzen in ganz Europa und stellt vor allem für kleine Kinder eine lebensgefährliche Bedrohung dar.
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Während sich die meisten Blumen im herbstlichen Garten langsam zurückziehen, läuft die Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) jetzt zur Hochform auf. Ihre zarten, rosa bis violett gefärbten Blüten schmücken derzeit zahlreiche Wiesen, lichte Wälder und heimische Gärten. Doch was optisch wie ein harmloser Frühlingsbote im Herbst wirkt, birgt ein extremes Risiko für Familien. Da die Pflanze optisch stark an einen Krokus erinnert, zieht sie die Aufmerksamkeit neugieriger Kinder magisch an. Eltern sollten deshalb jetzt besonders wachsam sein und die Gefahr, die von dieser Pflanze ausgeht, keinesfalls unterschätzen.

Die Herbstzeitlose ist in all ihren Teilen hochgradig giftig. Von der Blüte über die grünen Blätter bis hin zur Zwiebel, die tief in der Erde sitzt, enthält das Gewächs das hochwirksame Zellgift Colchicin. Dieses Gift blockiert die Zellteilung im menschlichen Körper und kann schwerste Schäden an den inneren Organen verursachen. Bereits das Zerreiben einer einzigen Blüte zwischen den Fingern oder das kurze Knabbern an einem bunten Blütenblatt reicht aus, um bei einem Kind eine schwere und potenziell tödliche Vergiftung auszulösen.

Tückischer Krankheitsverlauf: Symptome zeigen sich erst spät

Besonders heimtückisch an einer Vergiftung mit der Herbstzeitlose ist der zeitlich verzögerte Verlauf. Erste Symptome treten in der Regel erst zwei bis sechs Stunden nach dem eigentlichen Verzehr oder Kontakt auf. Diese erhebliche Zeitspanne erschwert die Ursachenforschung im Notfall massiv und führt oft dazu, dass wertvolle Zeit für eine lebensrettende Behandlung im Spital ungenutzt verstreicht. Eltern sollten deshalb die typischen Warnsignale genau kennen, um im Verdachtsfall sofort die richtigen Schritte einzuleiten.

Eine beginnende Vergiftung äußert sich meist durch ein unangenehmes Brennen im Mund- und Rachenraum sowie durch zunehmende Schluckbeschwerden. In weiterer Folge kommt es zu heftiger Übelkeit, schweren Bauchkrämpfen, Erbrechen und anhaltendem Durchfall. Schreitet die Vergiftung weiter fort, drohen ein massiver Blutdruckabfall, extreme Kreislaufprobleme und neurologische Symptome wie Verwirrtheit. Im schlimmsten Fall führt das Gift Colchicin unbehandelt zum Organversagen und damit unweigerlich zum Tod.

Richtiges Handeln im akuten Notfall

Sollte der dringende Verdacht bestehen, dass ein Kind Teile einer Herbstzeitlose verschluckt hat, gilt als oberstes Gebot: Ruhe bewahren und sofort handeln. Eventuell noch im Mund befindliche Pflanzenreste müssen umgehend vorsichtig entfernt werden. Auf keinen Fall darf künstlich Erbrechen herbeigeführt werden, und auch die Gabe von Milch oder Salzwasser ist strengstens verboten, da dies die Aufnahme des gefährlichen Giftes im Körper sogar noch beschleunigen kann. Dem betroffenen Kind sollten stattdessen ein bis zwei Gläser stilles Wasser oder lauwarmer Tee zu trinken gegeben werden, um das Gift im Magen zu verdünnen.

Zudem muss unverzüglich die zuständige Giftnotrufzentrale kontaktiert werden. Treten bereits schwere Symptome wie Atemnot oder Bewusstlosigkeit auf, ist sofort die Rettung unter dem Notruf 144 zu wählen. Für das Telefonat mit den Rettungskräften sollten Eltern folgende wichtige Informationen parat haben:

  • Das ungefähre Gewicht des betroffenen Kindes
  • Die vermutete Pflanzenart (Herbstzeitlose)
  • Die aufgenommene Menge sowie der genaue Zeitpunkt des Vorfalls
  • Die aktuell beobachtbaren Symptome des Kindes

Zudem empfiehlt es sich, ein Stück der Pflanze für die spätere Identifikation und Diagnose im Spital sicherzustellen.

Vorsorge im eigenen Garten treffen

Wer die giftige Herbstzeitlose in seinem eigenen Garten entdeckt, sollte im Sinne der Sicherheit der Kinder eine rasche Entfernung in Betracht ziehen. Da die Pflanze auch für Erwachsene bei Hautkontakt gefährlich ist, müssen bei der Gartenarbeit unbedingt feste Handschuhe getragen werden. Der ideale Zeitpunkt für das dauerhafte Entfernen der Zwiebeln ist das Frühjahr, wenn die ersten grünen Blätter aus dem Boden treiben. So wird verhindert, dass die gefährliche Pflanze im kommenden Herbst erneut ihre verlockenden Blüten öffnet.