Risiken im Bett
Warum Sie bei Hitze lieber nicht nackt schlafen sollten
Tropische Nächte rauben derzeit vielen Menschen den Schlaf. Die Luft steht im Schlafzimmer, der Körper klebt, und selbst die dünnste Decke fühlt sich plötzlich viel zu warm an. Also raus aus dem Pyjama und nackt ins Bett? Was zunächst nach der besten Abkühlung klingt, kann unangenehme gesundheitliche Folgen haben.
Denn ohne schützende Kleidung ist der Körper Ventilator, Klimaanlage und nächtlicher Zugluft vollkommen ausgeliefert. Gleichzeitig landen Schweiß, Hautschuppen und Bakterien direkt in der Bettwäsche. Wer einige wichtige Regeln nicht beachtet, riskiert Hautreizungen, Pilzinfektionen und schmerzhafte Verspannungen.
Die größte Gefahr lauert durch Ventilator und Klimaanlage
Bei Hitze laufen in vielen Schlafzimmern die ganze Nacht Ventilatoren oder Klimaanlagen. Wer dabei nackt schläft, setzt verschwitzte Haut stundenlang einem kalten Luftstrom aus.
Das kann dazu führen, dass einzelne Muskelpartien stark auskühlen. Die möglichen Folgen zeigen sich oft erst am nächsten Morgen: ein steifer Nacken, Rückenschmerzen oder schmerzhafte Verspannungen.
Besonders gefährlich ist es, wenn der Ventilator direkt auf das Bett gerichtet ist. Auch weit geöffnete Fenster können für dauerhaften Durchzug sorgen. Der Körper kühlt dabei nicht gleichmäßig ab, sondern wird an einzelnen Stellen regelrecht kalt angeblasen.
Der Schweiß verschwindet nicht – er landet im Bett
Wer ohne Kleidung schläft, schwitzt nicht automatisch weniger. Der entscheidende Unterschied: Ein Pyjama nimmt zumindest einen Teil der Feuchtigkeit auf. Ohne Kleidung gelangt der Schweiß direkt in Laken, Bettdecke und Matratze. Dazu kommen Hautschuppen, Talg und Bakterien. Wird die Bettwäsche nicht regelmäßig gewechselt, entsteht schnell ein feuchtwarmes Milieu, in dem sich Keime besonders wohlfühlen.
Die Folge kann nicht nur ein unangenehmer Geruch sein. Auch empfindliche Haut kann mit Rötungen, Juckreiz oder Entzündungen reagieren.
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Pilze lieben warme, feuchte Haut
Besonders kritisch sind Körperstellen, an denen sich Feuchtigkeit sammelt. Dazu zählen etwa die Achselhöhlen, die Leistengegend, der Intimbereich oder die Haut unter der Brust.
Bleibt Schweiß dort über längere Zeit stehen, können Bakterien und Pilze ideale Bedingungen vorfinden. Die Haut beginnt möglicherweise zu brennen, wird rot oder wund. Auch Hefepilze können sich in diesem feuchten Klima leichter vermehren. Das Risiko steigt, wenn die Bettwäsche bereits verschwitzt ist oder aus Materialien besteht, die kaum Feuchtigkeit aufnehmen.
Nackt schlafen kann die Haut zusätzlich reizen
Menschen mit Neurodermitis, offenen Wunden oder sehr empfindlicher Haut sollten nicht ohne Kleidung schlafen. Direkter Kontakt mit Bettwäsche, Waschmittelrückständen, Schweiß und Hautschuppen kann gereizte Stellen zusätzlich belasten.
Auch unbewusstes Kratzen im Schlaf kann ohne schützende Stoffschicht stärkere Verletzungen verursachen. Leichte, atmungsaktive Nachtwäsche aus feiner Baumwolle oder Seide ist in solchen Fällen meist die bessere Wahl.
Auch Hausstaubmilben werden zum Thema
In jeder Matratze leben Hausstaubmilben, die sich unter anderem von menschlichen Hautschuppen ernähren. Beim Nacktschlafen gelangen besonders viele davon direkt ins Bett.
Für Menschen mit einer Hausstaubmilbenallergie kann das problematisch sein. Ein spezieller milbendichter Zwischenbezug für Matratze, Decke und Polster kann die Belastung reduzieren. Wer morgens mit verstopfter Nase, tränenden Augen oder Husten aufwacht, sollte daher nicht automatisch nur die Hitze dafür verantwortlich machen.
So vermeiden Sie die gefährlichsten Fehler
Der Ventilator sollte niemals direkt auf den nackten Körper gerichtet sein. Auch die Klimaanlage sollte das Schlafzimmer nicht in eine Kühlkammer verwandeln. Empfohlen wird eine angenehme, moderate Raumtemperatur statt eines extremen Temperaturunterschieds.
Außerdem sollte verschwitzte Bettwäsche regelmäßig gewechselt und morgens gut ausgelüftet werden. Nach dem Duschen müssen insbesondere Hautfalten gründlich getrocknet werden.