Hitze-Schock

Warum Sie Ihren Ventilator JETZT auf keinen Fall verwenden sollten

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Die Hitze kennt kein Erbarmen: Wieder drohen Temperaturen um die 40 Grad. Für viele ist der Ventilator jetzt unverzichtbar. Doch genau bei diesen Extremwerten kann der vermeintliche Lebensretter zur unsichtbaren Gefahr werden.
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Wer keine Klimaanlage besitzt, greift bei Hitze meist zum Ventilator. Instinktiv wird die höchste Stufe eingeschaltet und das Gesicht direkt in den ersehnten Luftstrom gehalten. Doch genau davor warnen Ärzte: Bei extremer Hitze kann diese vermeintlich harmlose Gewohnheit den Kreislauf zusätzlich belasten und sogar gefährlich werden. Warum das so ist und wie Sie sich bei Temperaturen jenseits der 39 Grad richtig abkühlen.

Darum sollten Sie Ihren Ventilator bei Extremhitze nicht einschalten

Ein Ventilator kühlt die Raumluft nicht ab, er wälzt sie lediglich um. Dass wir den Luftzug als erfrischend empfinden, liegt an der sogenannten Verdunstungskälte: Der Wind sorgt dafür, dass der Schweiß auf unserer Haut schneller verdunstet und dem Körper so Wärme entzieht.

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Doch dieses physikalische Prinzip hat einen Kipppunkt. Steigt die Raumtemperatur über unsere eigene normale Körpertemperatur hinaus und erreicht etwa die 39-Grad-Marke, dreht sich der Spieß um. Anstatt uns abzukühlen, bläst der Ventilator nun Luft auf unsere Haut, die heißer ist als wir selbst. Experten vergleichen dieses Szenario gerne mit einem Föhn. Der Effekt: Wir sitzen praktisch in einem lebensgroßen Umluft-Ofen und nehmen von außen zusätzliche Wärme auf, statt sie abzugeben.

Gefahr für den Körper

Was im ersten Moment vielleicht nur unangenehm klingt, bedeutet für unseren Organismus puren Stress. Forscher der Universität Sydney haben in einer Studie (veröffentlicht im Fachjournal JAMA Network Open) genau dieses Szenario untersucht. Die Probanden saßen in einer Klimakammer bei über 39 Grad Celsius und knapp 50 Prozent Luftfeuchtigkeit vor einem Ventilator.

Das schockierende Ergebnis: Der laufende Ventilator trieb die Schweißproduktion der Teilnehmer in die Höhe. Der Körper versucht verzweifelt, gegen die auf ihn gepustete Heißluft anzukämpfen, und verliert dadurch in Rekordzeit große Mengen an Flüssigkeit und das, ohne dass ein echter Kühleffekt eintritt.

Herz-Kreislauf-System am Limit

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Wird dieser Schweißverlust nicht sofort durch Trinken ausgeglichen, dehydriert der Körper rasend schnell. Das Blutvolumen sinkt, das Blut wird dicker und das Herz muss Schwerstarbeit leisten, um unsere Organe noch zu versorgen.

Die Kombination aus extrem heißen Temperaturen und einem Ventilator stresst das Herz-Kreislauf-System somit massiv. Die Folgen sind fatal: Schwindel, schneller Puls, Kopfschmerzen und Kreislaufprobleme, die unbehandelt bis zu einem lebensgefährlichen Hitzschlag führen können.

Was hilft, wenn der Ventilator ausbleiben muss?

Greifen Sie bei dieser Rekordhitze stattdessen zu diesen Alternativen:

  • Ausreichend trinken: Gleichen Sie den drohenden Flüssigkeitsverlust am besten durch Wasser oder verdünnte, ungesüßte Säfte aus.
  • Kühle Umschläge: Legen Sie sich kühle, feuchte Handtücher auf Nacken, Stirn und Handgelenke. Das zieht die Hitze sanft und effektiv aus dem Körper.
  • Kein Sonnenlicht hineinlassen: Halten Sie Fenster und Außenrollos tagsüber geschlossen, um die Hitze gar nicht erst in die Wohnung zu lassen.
  • Die DIY-Klimaanlage: Wenn Sie den Ventilator unbedingt nutzen wollen, stellen Sie eine Schale mit Eiswürfeln so davor, dass der Ventilator knapp darüber bläst. So wird der Luftstrom durch das Eis tatsächlich abgekühlt, bevor er Sie erreicht.