Nach langem Warten war es am Sonntag um 21:19 Uhr soweit: "Das muss enden", verkündete SPÖ-Partei-Chef Babler an der Seite von SPÖ-Geschäftführer Klaus Seltenheim. Er meinte damit aber nicht seinen Rücktritt – sondern das Ende der Vorsitzdebatten. Und stellte dann die Lösung vor: Ab 2027 wird Finanzminister Markus Marterbauer, wenn es seine Gesundheit zulässt, als Vize-Kanzler übernehmen.
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Auf Raten. Er bleibt (vorerst) Parteivorsitzender – wird von Frauenministerin Eva-Maria Holzleitner und Klub-Chef Philip Kucher "in diesem Prozess" unterstützt. Ein Trio führt also vorerst die SPÖ. Dann sollen – laut Seltenheim –Holzleitner und Kucher übernehmen. Babler wolle jedenfalls weiter Medien-Minister in der Regierung bleiben. "Das ist auch der Wunsch von Marterbauer."
Dass sich die SPÖ auf ein chaotisches Modell geeinigt hat und Babler damit noch einige Monate im Amt bleibt, sorgt auch in den sozialen Medien für Unverständnis. In den Tweets ist etwa von "Was für ein Hohn" und "eine typisch österreichische Lösung" zu lesen. Viele User sehen die SPÖ sogar "am Ende" und prognostizieren einen weiteren Absturz in den Umfragen.
Statement von Andreas Babler nach Sitzung
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So reagiert das Netz
So geht es jetzt weiter
Die SPÖ nimmt sich nach ihrer einigermaßen dramatischen Krisensitzung einige Tage Zeit, um auch formal den ungewöhnlichen Kompromiss vom Sonntagabend unter Dach und Fach zu bringen. Am Montag wird zu einer Vorstandssitzung eingeladen, die am Donnerstag in Szene gehen soll. Dann soll die neue Ära mit einer zunächst aus drei Personen bestehenden Führung und einem später hinzu stoßenden neuen Vizekanzler mit konkreten Schritten eingeleitet werden.
Zumindest am Papier ändert sich fürs erste eigentlich recht wenig. Denn nicht nur bleibt Andreas Babler weiterhin SPÖ-Vorsitzender, auch sein Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim behält sein Amt und das vermutlich sogar noch länger. Eine Änderung in der Zentrale sei bei der sonntägigen Sitzung kein Thema gewesen, hieß es zur APA.
Eigentlich würde ein Parteitag der SPÖ erst im Jahr 2029 stattfinden, doch werden die Sozialdemokraten wieder einmal die Kosten für einen außerordentlichen Parteitag stemmen müssen. Denn am Sonntag wurde angekündigt, dass die künftige Spitze bei einem solchen im Frühling des kommenden Jahres bestimmt werden soll. Einberufen werden kann dieser vom Parteivorstand.