Laut Studie

Waschfehler kostet Energie! Diesen Mythos glauben viele Österreicher

© Werner & Mertz
Kurzprogramm statt Eco, 90 Grad für Handtücher und möglichst viel Waschmittel für saubere Wäsche? Eine neue Studie zeigt, welche Waschmythen sich hartnäckig halten. Dabei wollen die meisten Österreicher nachhaltig waschen, doch im Alltag sieht es oft anders aus.
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Wäsche waschen gehört zum Alltag, doch bei der Wahl des richtigen Programms und Waschmittels herrscht offenbar noch Unsicherheit. Viele wollen Energie sparen und gleichzeitig hygienisch saubere Kleidung aus der Maschine holen. Doch ausgerechnet bei einem vermeintlich praktischen Trick liegen viele falsch: Kurzprogramme sind in der Regel nicht sparsamer als Eco-Programme.

Das zeigt eine repräsentative Umfrage von TQS Research & Consulting im Auftrag von Werner & Mertz Hallein, dem Unternehmen hinter der Marke Frosch. Dafür wurden 1.000 Menschen in Österreich zwischen 16 und 65 Jahren befragt.

Dieser Waschmythos hält sich besonders hartnäckig

Schnell waschen und dabei Energie sparen? Das klingt logisch, stimmt aber in der Regel nicht. Nur 42 Prozent der Befragten wissen laut Studie, dass Kurzprogramme üblicherweise mehr Energie verbrauchen als Eco-Programme. Fast ein Drittel (32 Prozent) glaubt hingegen, dass Kurzprogramme sparsamer sind. Weitere 26 Prozent wissen nicht, welche Variante weniger Energie benötigt.

Besonders überraschend: Obwohl das Wissen fehlt, nutzen 62 Prozent der Befragten Kurzprogramme, um Energie oder Wasser zu sparen. Das Eco-Programm kommt dagegen nur bei 53 Prozent regelmäßig zum Einsatz.

Braucht es wirklich 90 Grad für Handtücher?

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Auch bei den Waschtemperaturen halten sich alte Regeln. Rund jede vierte befragte Person (26 Prozent) ist überzeugt, dass Handtücher und Bettwäsche bei 90 Grad gewaschen werden müssen, um hygienisch sauber zu werden.

Bei normal verschmutzter Alltagswäsche sieht es besser aus: 63 Prozent wissen, dass Kleidung häufig bereits bei 20 bis 30 Grad sauber wird. 57 Prozent waschen ihre Alltagswäsche auch meist bei diesen Temperaturen.

Welche Temperatur sinnvoll ist, hängt allerdings von der Textilart, dem Verschmutzungsgrad und den Hygieneanforderungen ab. Bei besonders hygienekritischer Wäsche solltest du dich an die Pflegehinweise und gegebenenfalls an die Empfehlungen für den jeweiligen Anwendungsfall halten.

Mehr Waschmittel macht die Wäsche nicht sauberer

Bei der Waschmitteldosierung sind viele bereits gut informiert. 84 Prozent halten die Aussage, dass mehr Waschmittel automatisch für sauberere Wäsche sorgt, für falsch. 79 Prozent wissen außerdem, dass die richtige Menge unter anderem von der Wasserhärte und dem Verschmutzungsgrad abhängt.

Im Alltag wird dieses Wissen jedoch nicht immer umgesetzt: Mehr als jede vierte befragte Person berücksichtigt diese Faktoren bei der Dosierung nicht.

Dabei lohnt sich ein Blick auf die Dosierungsempfehlung der Verpackung. Zu viel Waschmittel ist nicht automatisch besser und kann unnötige Kosten verursachen. Wie viel du brauchst, hängt unter anderem davon ab, wie hart das Wasser ist und wie schmutzig die Wäsche ist.

Nachhaltig waschen? Das ist den Österreichern wichtig

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Dass Umweltbewusstsein beim Wäschewaschen eine Rolle spielt, zeigt die Umfrage ebenfalls. Für 71 Prozent sind Nachhaltigkeit und Waschleistung gleichermaßen wichtig. 64 Prozent würden bei gleicher Reinigungsleistung das umweltverträglichere Waschmittel bevorzugen.

Gleichzeitig zeigt sich eine Lücke zwischen Anspruch und Einkauf: 79 Prozent sind der Meinung, dass nachhaltiges Waschen bereits bei der Wahl des Waschmittels beginnt. Beim Kauf achten allerdings nur 56 Prozent tatsächlich auf dessen Umweltverträglichkeit.

Auch bei der Leistung ökologischer Produkte gibt es Unsicherheit. Jede fünfte befragte Person (20 Prozent) glaubt, dass nachhaltige Waschmittel weniger leistungsstark sind als herkömmliche Produkte. Weitere 22 Prozent können nicht einschätzen, ob sie mithalten.

Florian F. Iro, Geschäftsführer von Werner & Mertz Hallein, sieht deshalb weiteren Informationsbedarf. Die Menschen wollten sich nicht zwischen Nachhaltigkeit und Waschleistung entscheiden, erklärt er. Es gehe darum, verständlich zu vermitteln, wie ressourcenschonendes Waschen funktioniert und welche Rolle Waschmittel, Inhaltsstoffe und Verpackungen spielen.

Mit diesen Tipps wäschst du bewusster

Du musst deine Waschroutine nicht komplett umstellen, um im Alltag bewusster zu waschen. Schon ein paar einfache Entscheidungen können helfen:

Eco-Programm nutzen: Wenn du Zeit hast, ist das Eco-Programm bei geeigneten Waschladungen meist die bessere Wahl, um Energie zu sparen.

Temperatur passend wählen: Normale Alltagswäsche wird häufig auch bei 20 bis 30 Grad sauber. Beachte dabei die Pflegehinweise.

Waschmittel richtig dosieren: Orientiere dich an Wasserhärte, Verschmutzungsgrad und Herstellerangaben.

Trommel sinnvoll füllen: Wasche möglichst volle, aber nicht überladene Maschinen.

Waschmittel bewusst auswählen: Achte auf nachvollziehbare Umweltinformationen und die richtige Anwendung. Ein grünes Design allein ist kein verlässlicher Beleg für Umweltverträglichkeit.

Die Studie zeigt, dass viele Menschen in Österreich nachhaltig waschen möchten. Gleichzeitig halten sich bestimmte Irrtümer – vor allem rund um Kurzprogramme und den tatsächlichen Einsatz des Eco-Programms