Mega-Geheimnis

Wasser-Sensation! Forscher entdecken geheimen Riesen-See

© Getty
Wissenschaftler haben im Norden Italiens eine gewaltige unterirdische Süßwasserreserve entdeckt, die flächenmäßig an den Gardasee heranreicht. Der Jahrhundertfund im Veneto sorgt mitten in der anhaltenden Dürrekrise des Landes für enormes Aufsehen.
Zur Vollversion des Artikels

Italien leidet seit Jahren unter massiver Trockenheit, dramatisch schrumpfenden Flusspegeln und akuter Wasserknappheit im Agrarsektor. Umso spektakulärer ist die Entdeckung, über die das Nachrichtenportal Südtirol News berichtet: Zwischen Buoro bei Cavarzere und Punta Gorzone bei Chioggia in der Provinz Venedig stießen Geologen auf ein riesiges, tief im Boden verborgenes Süßwasservorkommen.

Die Dimensionen des Reservoirs sind beachtlich. Das Areal erstreckt sich über eine Fläche von knapp 30.000 Hektar und ist damit vom Ausmaß her mit dem Gardasee vergleichbar. Während das bekannte Urlaubsgewässer in den vergangenen Hitzeperioden drastische Wasserverluste verzeichnete, lag dieser unterirdische Speicher unbemerkt im Verborgenen. Genaue Daten über das tatsächliche Wasservolumen liegen derzeit allerdings noch nicht vor.

Natürlicher Schutzschild: Tonschichten bewahren Süßwasser vor Meerwasser

Geologisch handelt es sich bei dem Fund um einen sogenannten Aquitard – eine Grundwasser hemmende Gesteinsschicht, die das Süßwasservorkommen wirksam abschirmt. Massive Tonschichten verhindern das Eindringen von Salzwasser aus der nahen Adria und bewahren die Reinheit des kostbaren Nass.

Gelungen ist der Fund im Rahmen des EU-geförderten Programms Interreg Italien–Kroatien im Zuge des Forschungsprojekts Swamrisk (Smart Water Management Risks). Das Vorhaben konzentriert sich auf die Überwachung und nachhaltige Bewirtschaftung von Küstengrundwasser. Der italienische Bewässerungsdachverband ANBI machte die Entdeckung am 27. Mai 2025 offiziell publik.

Internationale Spitzenforschung: Die Partner hinter dem Swamrisk-Projekt

Hinter dem erfolgreichen Projekt steht ein grenzübergreifendes Konsortium führender wissenschaftlicher und technischer Einrichtungen:

  • Universität Split und Universität Zagreb (Kroatien)
  • Region Venetien und italienischer Forschungsrat CNR-IGG
  • Spezialisiertes Ingenieurbüro M3E
  • Regionale Wasserbewirtschaftungsverbände wie das Consorzio di Bonifica Adige Euganeo

Die beteiligten Institutionen bündeln ihre Expertise, um die empfindlichen Grundwasserleiter entlang der oberen Adria systematisch zu kartieren und vor klimatischen Extremen zu schützen.

Neue Hightech-Plattform Hydrocloud soll Ausbeutung kontrollieren

Gleichzeitig mit dem Fund präsentierten die Experten die neue Datenplattform "Hydrocloud", wie ANBI-Präsident Francesco Vincenzi laut Südtirol News mitteilte. Dieses System führt hydrogeologische Daten zusammen und generiert präzise Risikokarten, um gezielte Schutzmaßnahmen umzusetzen und eine Versalzung frühzeitig abzuwehren.

Ob und in welchem Umfang das Wasser jemals an die Oberfläche gepumpt werden kann, ist noch Gegenstand intensiver Prüfungen. Geplante Folgestudien müssen klären, wie eine Entnahme möglich wäre, ohne das empfindliche ökologische und geologische Gleichgewicht der Region rund um Venedig zu gefährden.