Rückgang in OÖ

Wehrdienstreform: Zivi-Boom bleibt in OÖ aus

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Österreichweit entscheiden sich mehr junge Männer für den Zivildienst. In Oberösterreich bleibt dieser Anstieg bislang aus.
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OÖ. Die Diskussion über eine mögliche Verlängerung des Grundwehrdienstes führt österreichweit zu einem steigenden Interesse am Zivildienst. Immer mehr junge Männer entscheiden sich für diese Alternative zum Bundesheer. In Oberösterreich ist dieser Trend allerdings bislang nicht erkennbar. Hier wurden heuer sogar weniger Zivildiensterklärungen abgegeben als im Vorjahr.

Gleichzeitig wächst der politische Druck, die geplante Wehrdienstreform rasch umzusetzen. Bei ihrer Konferenz in Vorarlberg haben sich die Landeshauptleute am Freitag geschlossen für die Reform ausgesprochen. Die neuen Regelungen sollen bereits mit 1. Jänner 2027 in Kraft treten.

Österreichweit ist die Zahl der abgegebenen Zivildiensterklärungen zuletzt um 8,5 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum gestiegen. Die Entwicklung fällt damit in eine Phase, in der über eine deutliche Verlängerung des Grundwehrdienstes diskutiert wird.

Oberösterreich verzeichnet Rückgang

In Oberösterreich zeigt sich hingegen ein anderes Bild. Zwischen Jänner und Ende September 2026 wurden insgesamt 2.567 Zivildiensterklärungen abgegeben. Damit liegt die Zahl unter dem Vergleichswert des Vorjahres. Ein österreichweit beobachteter Anstieg ist in Oberösterreich somit bisher ausgeblieben. Die Diskussion über die geplante Wehrdienstverlängerung hat hier zumindest noch nicht zu einer höheren Zahl an Zivildiensterklärungen geführt.

Beim Oberösterreichischen Roten Kreuz wird die Entwicklung allerdings anders wahrgenommen. Die Organisation stellt keinen Rückgang beim Interesse am Zivildienst fest. Pressesprecher Daniel Gruber erklärt, dass das Rote Kreuz auch auf eine mögliche Verlängerung des Zivildienstes vorbereitet wäre. Sollte es zu entsprechenden Änderungen kommen, könne sich die Organisation darauf einstellen. Das oberösterreichische Bundesheer wollte zur aktuellen Entwicklung und den möglichen Auswirkungen der geplanten Reform keine Stellungnahme abgeben.

Grundwehrdienst soll künftig 9 Monate dauern

Die geplante Wehrdienstreform sieht eine deutliche Veränderung der bisherigen Dienstzeiten vor. Der Grundwehrdienst beim österreichischen Bundesheer soll künftig neun statt bisher sechs Monate dauern. Damit würde sich die verpflichtende Dienstzeit für Grundwehrdiener um drei Monate verlängern.

Auch für Zivildiener könnten sich Änderungen ergeben. Nach den derzeitigen Plänen ist eine mögliche Verlängerung des Zivildienstes allerdings an eine bestimmte Voraussetzung geknüpft. Sollte die Zahl der Grundwehrdiener österreichweit unter 13.800 sinken, soll der Zivildienst ab 2028 verpflichtend um zwei Monate verlängert werden.

Die Regelung würde somit davon abhängen, wie viele junge Männer sich künftig für den Dienst beim Bundesheer entscheiden. Die Landeshauptleute drängen jedenfalls auf eine rasche Umsetzung der Wehrdienstreform. Bei ihrer Konferenz in Vorarlberg sprachen sie sich einstimmig dafür aus, die geplanten Änderungen mit Jahresbeginn 2027 wirksam werden zu lassen.

Ob die Diskussion über längere Dienstzeiten in den kommenden Monaten auch in Oberösterreich zu mehr Zivildiensterklärungen führt, bleibt offen. Bisher unterscheiden sich die Zahlen des Bundeslandes jedenfalls deutlich vom österreichweiten Trend.